Verhexte Tage

Hallo,

eigentlich ist alles beim Alten. Aber ich habe mir viele Gedanken gemacht. Anfang dieser Woche habe ich gemerkt, dass ich mich mal wieder im Kreis drehe. Am Dienstag saß ich in der Therapie und wir haben darüber gesprochen, dass ich mich permanent getrieben fühle. Wir haben darüber gesprochen, welche Aufgaben im Haushalt ich auch mal länger liegen lassen kann und wobei mich mein Mann unterstützen kann. Und dieses Gespräch ging mir schon selbst auf die Nerven. Und der Therapeut tat mir echt Leid. Ihn muss das ja noch viel mehr nerven sich immer wieder das selbe anzuhören. Auf jeden Fall dachte ich, dass wir fast das identische Gespräch schon vor einigen Monaten geführt haben und es in der Zwischenzeit auch schon mal wirklich wesentlich besser geklappt hat. Und da habe ich angefangen zu überlegen, warum es mir eigentlich in den letzten Wochen so viel schlechter geht. Meine erste Idee war natürlich die Arbeit. Ich dachte, dass ich einfach nur durch die vielen Überstunden überlastet bin. Mir ist dann aber noch etwas eingefallen, dass mir mein Psychiater mal erklärt hat. Er hat meine Psyche mit einem Computer verglichen und er meinte, dass auf Grund meiner Erfahrungen mit meiner Herkunftsfamilie ein Virenprogramm installiert wurde. Und sobald mich etwas emotional daran erinnert wird das alte Programm wieder gestartet und läuft automatisch ab. Er meinte, dass muss mir noch nicht mal bewusst sein. Und da ist mir aufgefallen, dass es mir seit dieser Hundeschulstunde, von der ich schon geschrieben habe, viel schlechter geht. Und mein Selbstwert kaum noch vorhanden ist. Im Moment habe ich fast täglich das Bedürfnis mich selbst zu verletzen. Und das hatte ich schon seit Jahren nicht mehr. Und der Stress bei der Arbeit tut dann wahrscheinlich sein übriges. Echt schade, dass die Therapie nächste Woche ausfällt. Ich hätte das gerne besprochen.

Vor zwei Wochen war ich in der Psychiatrischen Ambulanz. Mir war eingefallen, dass der Psychiater mal erwähnt hatte, dass es in der Tagesklinik eine Sozialarbeiterin gibt, mit der man über berufliche Themen sprechen kann. Ich habe gefragt, ob ich auch einfach mal so mit ihr  einen Termin machen kann, ohne Tagesklinik. Das war kein Problem. Der nächste freie Termin war zwar erst Mitte Mai, aber das ist ja eigentlich kein Problem. Zum größten Teil geht es ja um langfristige Fragen. Den Termin zu haben hat mich wirklich erst mal beruhigt. Und die Woche fing bei der Arbeit auch eigentlich ganz gut an. Zwischenzeitlich hieß es sogar, dass wir so gut besetzt sind, dass ich wenn alles so bleibt am Freitag Überstunden abbauen kann. Am Donnerstag kam ich dann ins Büro und habe mich schon gewundert, warum das Auto vom Chef vor mir parkt. So früh fängt er sonst nie an. Der Grund war, dass sich drei Kollegen krank gemeldet haben und wir jetzt irgendwie gucken müssen, wie wir die Arbeit verteilen.  Es war dann so, dass ich statt vier Stunden sieben gearbeitet habe und das Frei am Freitag hatte sich dann natürlich auch erledigt.

Als ich dann doch irgendwann wieder zu Hause war klingelt mein Handy. Und auf dem Display sehe ich die Nummer der Ambulanz. Wirklich komisch, weil meine nächsten Termine noch recht lange hin sind. Die Mitarbeiterin sagte mir, dass es um meinen Termin bei der Sozialarbeiterin geht. Sie muss diesen leider absagen muss und sie mir auch leider keinen Ersatz anbieten kann, da die Kollegin langfristig krank ist. Das ist doch alles echt wie verhext. Und ich frage mich wirklich was eigentlich los ist. Ist das in anderen Berufen auch so extrem mit den Krankheiten?  Ich hoffe mal, dass ich jetzt im Mai ein paar Überstunden abbauen kann. Und dann habe ich Anfang Juni einen Termin in der Ambulanz. Mal gucken, wie es dann mit dem Sozialdienst aussieht.

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