Übermächtige Schuldgefühle

Guten Morgen ihr Lieben,

jetzt ist morgen wirklich schon Weihnachten. Die letzten zwei Wochen waren wirklich nicht so einfach. Ich hatte wieder so mit den Schuldgefühlen zu kämpfen, wie kurz nach dem Gespräch. Mein Mann meinte, dass es mir in der Weihnachtszeit noch nie gut ging. Ich selbst hatte auch befürchtet, dass es auch dieses Jahr wieder so ist. Aber irgendwie hatte ich auch gehofft, dass es nach allem was sich nach dem viel beschrieben Gespräch geändert hat, dieses Jahr besser wird. Aber es ist nicht besser, nur anders. Vorletzte Woche war es ganz schlimm. Ich dachte, dass ich die Schuldgefühle einfach nicht mehr aushalten kann. In diesen Momenten denke ich dann immer, dass ich mich jetzt einfach entschuldige und alles so mache wie früher, nur damit das Gefühl aufhört. Aber ich weiß ja, dass es nichts bringt. Das habe ich ja schon die letzten 20 Jahre versucht. Und es hat nicht funktioniert. Und das Gespräch ist vollkommen nach hinten losgegangen. Also weiß ich ja eigentlich, dass der Weg, den ich jetzt gehe der einzig mögliche ist. Ich habe mit meinem Psychologen besprochen, dass wir nächstes Jahr gleich daran weiterarbeiten, dass ich in dieser Entscheidung gefestigter werde. In schwachen Momenten denke ich, dass ich mir doch alles eingebildet habe und ich einfach nur den betreffenden Menschen das Leben schwer gemacht habe. Ich weiß gar nicht, wie oft ich meinen Mann schon gefragt habe, ob das alles wirklich so passiert ist. Beim letzten Termin meinte mein Psychiater, dass ich mir bewusst machen muss, dass mich meine gesunden Anteile zum Gehen gebracht haben und nur meine kranken Anteile das System so lange aufrecht erhalten haben. Das mache ich mir immer wieder bewusst. Wenn das Gefühl wieder hochkommt, dass ich etwas ganz schlimmes getan habe. Ich sage mir dann immer, dass das meine Krankheit ist, die das sagt und dass es nie besser werden wird, wenn ich dem jetzt nachgebe. Der Psychologe meinte auch, dass bei mir ja hart ausgedrückt die letzten dreißig Jahre lang eine ständige Gehirnwäsche stattgefunden hat und ich jetzt nicht erwarten kann, dass das auf einmal vergessen wird.

Um mich über die Feiertage etwas zu beruhigen habe ich meine Handynummer gewechselt. Damit mich auch wirklich niemand erreichen kann, von dem ich es nicht möchte. Das hat aber am Anfang wieder nur neue Schuldgefühle ausgelöst. Die letzte Woche war dann aber besser, weil ich viel gearbeitet habe. Das war zwar auch anstrengend, hat mich aber gut von den Schuldgefühlen abgelenkt. Ab heute habe ich jetzt frei und wir werden die Feiertage vorbereiten. Naja, die Handynummer ist gewechselt und der Anrufbeantworter ist abgestellt. Ich muss dabei immer an den Onkel von Harry Potter denken, der versucht keine Briefe aus Hogwarts mehr zu bekommen. Ich müsste nur noch den Briefkasten zunageln.

Auf jeden Fall wünsche ich euch allen ein paar schöne, erholsame Tage.

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