Neuer Job und alte Gefühle

Ich habe am 01.11. bei meiner neuen Arbeitsstelle angefangen. Ich muss als Erstes wirklich sagen, dass alle total nett sind und die Arbeit an sich mir Spaß macht. Nur mit der Zeit habe ich noch Probleme. Ich habe vorher schon befürchtet, dass es mir schwer fallen wird, aber da in letzter Zeit alles so gut geklappt hat, war schon die Hoffnung da, dass es nicht so schlimm wird. Die ersten Tage Einarbeitung waren auch wirklich super. Jetzt wo ich aber alleine arbeite merke ich schon, dass es mir wirklich schwer fällt. Am schlimmsten war der Arbeitstag am Montag. Weil ich immer wieder in Panik geraten bin, wenn ich merke, dass ich mit der Zeit nicht hinkomme. Ich habe glaube ich gelernt, das gut zu verstecken und ich glaube nicht, dass es jemand gemerkt hat. Aber an solchen Tagen würde ich mich am liebsten einfach auf den Boden setzen und heulen. Mir fehlt dann auch einfach die Motivation dagegen anzukämpfen. Ich weiß, dass es nichts bringt aufzugeben und dass es auch keine Option ist. Aber ich bin einfach so müde und ich will das einfach nicht mehr fühlen. Früher hatte ich noch die Hoffnung, dass es nur eine Phase ist und irgendwann weg gehen wird. Aber jetzt weiß ich, dass es einfach immer wieder kommt. Und manchmal will ich dann einfach nicht mehr. Ich will das nicht mehr fühlen und bin zu müde um dagegen zu kämpfen.

Mir fehlt auch meine Routine. Ich brauche einfach noch länger und die Zeit fehlt mir dann zu Hause. Seid gestern ist es wieder so, dass einfach eine diffuse Angst da ist. Ich denke mal, dass es daran liegt, dass mir die Dinge fehlen, die mir Sicherheit geben. Ich fange morgens an zu arbeiten, versuche danach zuhause irgendwie das notwendigste zu erledigen und bin abends so müde, dass ich beim ins Bett bringen der Kinder einschlafe. Da ist einfach keine Zeit mehr für anderes. Ich versuche mir immer wieder bewusst zu machen, dass das nicht für immer so sein wird, aber in den letzten Tagen war es schon schwer auszuhalten. Seit gestern habe ich auch wieder ein Gefühl, dass ich lange nicht mehr hatte. Ich kann das schlecht beschreiben. Ich habe das Gefühl mich nicht mehr spüren zu können und nicht mehr da zu sein, weil ich so damit beschäftigt bin zu funktionieren. Und im Hintergrund fühle ich ganz viel Angst und Traurigkeit. Ich habe auch schon lange nicht mehr an Selbstverletzungen gedacht. Aber im Moment kommt das einfach wieder hoch. Gerade, wenn ich bei der Arbeit unter Druck stehe.

Nächste Woche habe ich zum Glück erstmal frei. Und ich denke mal, dass ich danach einfach mal gucken muss, wie es ist. Zum Glück ist mein Psychologe aus dem Urlaub zurück. Gestern sind wir leider nicht wirklich zu irgendetwas therapeutischem gekommen, weil ich ja erstmal erzählen musste, was die letzten Wochen so los war. Zum Glück habe ich jetzt wieder jede Woche einen Termin und dann hoffe ich, dass ich schnell wieder zu einer Routine finden kann, die mir Sicherheit gibt.

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