Müdigkeit

Was mich im Alltag zur Zeit eigentlich am meisten stört ist die Müdigkeit. An einigen Tagen merke ich gar nichts und habe Energie. An manchen Tagen habe ich das Gefühl mich eigentlich nur wie ein Zombie irgendwie durch den Tag zu schleppen. Und manchmal ist es so, dass es mir gut geht, sobald ich aber irgendwie sitze und zur Ruhe komme ich mich anstrengen muss die Augen offen zu halten. Ich habe dann das Gefühl, dass ich keine Minute länger mehr wach bleiben kann. Diese Müdigkeit stört mich so, weil mir an schlechten Tagen eigentlich gar nichts Spaß macht. Am liebsten würde ich mich einfach dort wo ich grad stehe auf den Boden legen und schlafen. Ich versuche dann einfach nur den Tag rumzubekommen.

So richtig rausgefunden woran es liegt habe ich noch nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Grund ist, dass ich schlecht Pausen machen und auf mich achten kann. Irgendwas gibt es immer noch zu erledigen und wenn ich mich dann hinsetze habe ich ein schlechtes Gewissen. Wenn ich alleine bin fällt es mir sogar schwer mich zum Essen hinzusetzen. Das könnte man ja auch im vorbeigehen machen. Und wenn dann noch andere Dinge dazu kommen denke ich mal, reicht meine Energie einfach irgendwann nicht mehr aus. Auch wenn ich das vermute, schaffe ich es nicht wirklich etwas in meinem Alltag langfristig zu ändern. Ich habe immer das Gefühl jeden Tag an die Grenze meiner Belastbarkeit gehen zu müssen. Sonst habe ich immer schlechtes Gewissen oder fühle mich faul.

Viele Gedanken mache ich mir gerade auch darüber, wieviel ich wirklich lernen kann und wieviel einfach so ist. Letztens ist mir mal wieder klar geworden, dass ich einfach keine Konflikte aushalten kann. Wenn mich jemand direkt angeht bekomme ich sofort Panik und bin mir plötzlich auch überhaupt nicht mehr sicher mich im Recht zu befinden. Und dann bekomme ich ein fürchterlich schlechtes Gewissen, dass mich auch noch tagelang quält, auch wenn es nur um Kleinigkeiten geht. Ich habe schon oft gehört, dass man seine Ängste überwinden muss und es einfach machen soll. Und dadurch soll man sehen, dass es gar nicht schlimm war und man sich damit gut fühlt. Bei mir klappt das aber nicht. Ich fühle mich hinterher eigentlich immer schlechter als vorher und es macht mich einfach nur unfassbar müde. Mein Psychologe hat mich beim letzten Mal gefragt, ob wir Konflikte nicht einfach mal üben wollen. Ich soll mir bis zum nächsten Termin mal Gedanken machen. Ich denke mal, dass ich es in der Therapie natürlich nutzen muss, die Chance zu haben unter Anleitung üben zu können. Außerdem kann es mir natürlich immer passieren, dass ich in einen Konflikt gerate. Ich kann es mir ja so nett machen, wie ich will, aber das echte Leben holt mich doch immer wieder ein. Andererseits bin ich mir aber nicht sicher, wie groß dabei die Erfolgsaussichten sind. Ein Vogel ohne Flügel wird auch nicht fliegen lernen, egal wie viel er übt. Und ich habe gerade nicht das Gefühl, als hätte ich sehr viele Ressourcen übrig. Ich werde das nächste Woche noch mal Ansprechen und hören, was der Psychologe dazu sagt. Sich zu verkriechen ist ja auf jeden Fall keine Option!

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