Mein Körper und ich

Ich habe gerade mal darüber nachgedacht, wie lange ich schon mit meinem Körper unzufrieden bin und ich glaube es hat in der Pubertät angefangen. Zu diesem Zeitpunkt war ich auch das erste Mal depressiv. Als Jugendliche hatte ich recht starke Akne und bekam deshalb, mit 14 glaube ich, die Pille verschrieben. Daraufhin habe ich recht schnell ungefähr zehn Kilo zugenommen. Ich hatte eigentlich immer Hunger und schämte mich dafür dem so oft nachzugeben. Ich fand meinen Körper fürchterlich hässlich. Eigentlich gefiel mir gar nichts an mir. Meine glatten Haare fand ich furchtbar platt, meine Haut ist durch die Pille auch nicht viel besser geworden, meine Nase fand ich viel zu groß und dafür meine Augen und meinen Mund viel zu klein. Wahrscheinlich könnte ich ewig so weitermachen. Ich schämte mich total für mein Aussehen und wollte am liebsten unsichtbar sein. Auch Kleidung, die in irgendeiner Weise auffällig sein könnte wollte ich auf gar keinen Fall tragen.

Mit meiner Figur war ich ab diesem Zeitpunkt immer unzufrieden. Ich versuchte eigentlich immer abzunehmen, schaffte es aber lange nicht. Ich hatte ständig ein schlechtes Gewissen wenn ich etwas gegessen habe. Ich glaube mit 16 oder 17 fing ich an Mahlzeiten wegzulassen und nahm schließlich 10 Kilo ab. Aber an der Zufriedenheit mit meinem Körper hat das nichts geändert. Ich fand nicht, dass ich anders aussah als vorher. Außerdem hatte ich immer Angst zuzunehmen und hatte beim Essen immer ein schlechtes Gewissen. Ich habe mich einfach nur vor meinem Körper geekelt und auch dass ich weiter abgenommen habe, hat daran nichts geändert.

Als ich wieder in psychiatrischer Behandlung war, war natürlich auch mein Körperbild und mein gestörtes Essverhalten ein Thema. Vom Verstand her wusste ich, dass 46 Kilo zu wenig sind, aber ich fand mich ja überhaupt nicht dünn.

In der Ausbildung wusste die Betriebsärztin von meinem gestörten Essverhalten und mein Gewicht war bei jedem Kontrolltermin ein Thema. Das hat nicht sonderlich geholfen einen normalen Umgang mit dem Thema zu erlernen. In der Ausbildung hatte ich glaube ich Normalgewicht, aber ich fand mich immer viel zu dick.

Das ist noch heute so. Es ist ganz komisch und schwer zu erklären. Ich finde übergewichtige andere Menschen überhaupt nicht hässlich und sehr weibliche Formen finde ich bei anderen Frauen sehr schön. Auch sehr schlanke Männer sind eigentlich nicht unbedingt mein Typ. Ich finde immer dass es bei anderen Leuten gut aussieht und bei mir eklig und schwabbelig ist.

Ich versuche einfach wenig darüber nachzudenken. Wie schon in einem anderen Beitrag erwähnt mache ich lieber Sport, bei dem es nicht unbedingt um das Aussehen geht, bzw. der Trainer dies nicht ständig erwähnt.

Außerdem hilft es mir sehr viel, vegan zu essen. Es geht dann nicht nur um mich, sondern darum den Tieren und der Umwelt etwas gutes zu tun. Seitdem ich mich mit dem Thema beschäftige macht es mir sogar Spaß zu kochen.

Mit meinem restlichen Aussehen ist es eigentlich das gleiche. Ich versuche nicht viel darüber nachzudenken und einfach das Beste aus mir zu machen. Ich liebe zum Beispiel bunte Kleidung. Ich finde die Welt ist traurig genug, da kann ein bisschen Farbe nicht schaden.

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