In alten Schuhen komme ich nicht zu neuen Zielen.

Ich mache jetzt schon seit ein paar Monaten die Therapie und merke, dass in mir etwas in Gang kommt. Ich habe über vieles nachgedacht und merke jetzt, dass ich einiges ändern möchte und dass sich auch meine Ziele geändert haben.

Am Anfang der Therapie sollte ich meine Ziele benennen. Damals war mein wichtigstes Ziel Frieden mit der Vergangenheit zu schließen. Heute würde ich sagen, dass mein wichtigstes Ziel ist, ein selbstbestimmteres Leben zu führen. Ich möchte nicht mehr alten Mustern folgen und meinen Ängsten und meiner Unsicherheit ausgeliefert sein. Ich möchte mein Leben für mich nach meinen Vorstellungen gestalten. Und ich möchte authentisch sein. Ich möchte nichts mehr vorspielen, dass ich nicht bin. Ich möchte keine Show mehr machen, um meine Verletzlichkeit zu verbergen. Ich möchte auf Augenhöhe mit anderen Menschen in Kontakt kommen.

So in der Theorie kann ich das genau benennen. Aber den Weg wirklich zu gehen scheint mir im Moment fast noch unmöglich. In einigen Beziehungen sind die alten Muster so sehr verankert, dass ich mir nicht vorstellen kann, was passiert, wenn ich dies anspreche und verändere. Ich bin mir ziemlich sicher auf Unverständnis und Ablehnung zu stoßen und ich weiß nicht, was das mit meinem Inneren macht. Ob ich dann noch bei mir und meinen Zielen bleiben kann, oder ob alles in mir zusammen bricht und ich plötzlich gar nichts mehr weiß. Schon die Vorstellung allein macht mir so große Angst, dass ich am liebsten wieder zum Frieden schließen und alles so laufen lassen zurück gehen würde. Aber mir ist auch klar, dass ich mich dann weiter nur immer im  Kreis drehen würden. Und mir ist auch bewusst geworden, dass ich die Therapie jetzt nutzen möchte. Sonst stehe ich in einem Jahr an der gleichen Stelle und habe aber keine Unterstützung mehr, wenn ich etwas verändern möchte. Und dann würde ich sofort wieder zurück gehen zu meinen alten Verhaltensmustern, weil sie sich so bequem und gewohnt anfühlen wie alte ausgelatschte Turnschuhe.

Aber das habe ich in den letzten Jahren schon oft gemacht. Und am Ende bringt es mich immer wieder an den gleichen Punkt zurück an dem dann gar nichts mehr geht.

Ich möchte mir nächstes Jahr, wenn alles erledigt ist zur Belohnung ein Tattoo stechen lassen. Ich habe irgendwo mal ein Bild gesehen, finde es aber leider nicht mehr wieder. Es zeigt eine alte Taschenuhr aus der Rosen heraus kommen. Ich finde aber nur welche von Taschenuhren mit Rosen drumherum. Aber ich denke mal der Tätowierer bekommt das schon hin.

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