Endlich mal wieder Anträge

Heute möchte ich unbedingt auf das Thema medizinisch-berufliche Rehabilitation zurückkommen. Ich finde, dass das wirklich ein super Angebot ist, von dem ich vor dem Assessment noch nie etwas gehört hatte und ich mir auch gar nicht vorstellen konnte, dass es so etwas gibt.

Die medizinisch-berufliche Reha ist ein Angebot speziell für psychisch kranke Menschen. Sie gliedert sich in zwei Teile. In den medizinischen und den beruflichen Teil. Beide dauern in der Regel ungefähr neun Monate. Können aber jeweils auf bis zu ein Jahr verlängert werden. Der medizinische Teil wird von der Rentenversicherung bezahlt. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass man mindestens 5 Jahre dort versichert ist. Sonst ist die Krankenkasse der Kostenträger. Der berufliche Teil wird entweder auch von der Rentenversicherung, oder von der Arbeitsagentur bezahlt.

In meiner Umgebung gibt es zwei Anbieter, die diese spezielle Form der Rehabilitation anbieten. Bei Beiden unterscheidet sich der Ablauf. Ich habe mir daher auch Beide angesehen. Bei dem Anbieter den ich mir als erstes angesehen habe, findet die Rehabilitation das erste halbe Jahr vor Ort statt. In den erstes drei Monaten hat man zum größten Teil Ergotherapie in verschiedenen Bereichen. Außerdem Gruppenangebote zu verschiedenen Themen und Gespräche mit dem Mentor. Anschließend führt man Praktika durch, die aber auch vor Ort angeboten werden. Man hat die Möglichkeit im Bereich Büro, Tischlerei, Gärtnerei oder Hauswirtschaft zu arbeiten. Begleitend gibt es weiterhin Gruppenangebote und Gespräche mit dem Mentor. Erst nach einem halben Jahr absolviert man ein Praktikum in einem externen Betrieb. Zusätzlich ist man einmal in der Woche in der Rehaeinrichtung für Gruppenangebote. Zu dieser Zeit trifft man auch den Mentor. Dieser besucht den Teilnehmer aber auch am Praktikumsplatz. Im beruflichen Teil der Rehabilitation führt man weiterhin Praktika durch, die jeweils ungefähr drei Monate dauern. Auch hierbei wird man von seinem Mentor begleitet.

Beim zweiten Anbieter läuft es so ab, dass man sich gleich in den ersten Tagen der Rehabilitation, mit Unterstützung eines Mitarbeiters, einen externen Praktikumsplatz sucht. Die Gruppenangebote finden dann im Anschluss an das Praktikum am Nachmittag statt. Die Arbeitszeit soll im Laufe der Rehabilitation von 4 Stunden auf 8 Stunden täglich erhöht werden.

Ich hatte bei der Infoveranstaltung beim ersten Anbieter sofort ein sehr gutes Gefühl. Die Atmosphäre ist dort sehr nett. Außerdem gefällt mir der Gedanke die ersten 6 Monate dort zu sein. Ich möchte gerne verschiedene Tätigkeiten in einer geschützten Umgebung ausprobieren, um rauszufinden was mir wirklich liegt und nicht, wobei ich am wenigsten Angst habe. Auch die Psychologin im Assessment hat mir zu diesem Anbieter geraten, da ich noch einige andere Baustellen zu bearbeiten habe und der Raum geschützter ist und ich mehr Kontakt zu den Mitarbeitern dort habe.

Ungefähr zwei Wochen nach dem Assessment war ich dann dort zu einem Vorstellungsgespräch. Es ging darum welche Ziele ich erreichen möchte und ob die Rehabilitation dafür die richtige Maßnahme ist. Die Psychologin sagte mir, dass dies sehr gut passt und die Einrichtung hat mit mir gemeinsam den Antrag bei der Rentenversicherung gestellt. Jetzt musste ich erstmal wieder warten. Einige Wochen später erhielt ich eine Zusage für eine Rehabilitation von der Rentenversicherung. Aber nicht für eine medizinisch-berufliche Reha, sondern für eine medizinische Reha in der psychosomatischen Abteilung eines Gesundheitszentrums. Den Brief habe ich an einem Freitagmittag erhalten. Das Wochenende musste ich also erstmal abwarten. Ich rief direkt am Montagmorgen den Anbieter der medizinisch-beruflichen Reha an, um zu fragen, ob sie das Vorgehen kennen und ob sie einen Tipp haben, wie ich jetzt weiter vorgehen soll. Sie sagten mir, dass ich erstmal bei der Rentenversicherung anrufen soll, um nachzufragen. Es kann ja sein, dass es sich nur um eine Verwechslung handelt. Als nächste rief ich also bei der auf dem Schreiben angegebenen Telefonnummer an. Der Mitarbeiter sagte mir nur, dass das so richtig sei. Ich sagte daraufhin, dass ich aber gar keine psychosomatische Erkrankung habe. Er antwortete darauf, dass die Gutachter der Versicherung die Diagnosen entsprechend der Arztbriefe stellen und das schon so richtig ist. In dem Moment ist mir nichts mehr eingefallen, was ich darauf noch erwidern konnte. Da ich jetzt nicht mehr weiterwusste, habe ich erneut bei meinem bevorzugten Rehaanbieter angerufen. Dort sagten sie mir, dass sie in der Teambesprechung schon über meinen Fall gesprochen haben und sich die Leitung bei mir melden wird. Ich war wirklich begeistert, dass sie mich so unterstützen, obwohl ich ja die Reha dort noch nicht einmal begonnen hatte. Kurz darauf rief mich die Leitung auch zurück und wir vereinbarten einen Termin für den nächsten Tag. Dort haben wir gemeinsam einen Widerspruch geschrieben. Ich bin wirklich dankbar für die Hilfe, die ich jetzt schon dort bekommen. Letzte Woche hatte ich endlich die Zusage im Briefkasten. Wann genau es jetzt los geht, weiß ich aber immer noch nicht. Vielleicht muss ich vorher noch einen zusätzlichen Schritt machen. Was und warum schreibe ich aber später. Sonst sprengt es hier komplett den Rahmen.

Wie schon einige Male zuvor habe ich hier aber auch wieder gemerkt, dass es sich lohnt dran zu bleiben. Und es gibt wirklich gute Angebote und engagierte Menschen. Man muss sie nur erstmal finden.

 

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