Das Leben und der Tod

Ich habe gerade das Buch „Ich bin mal eben wieder tot“ von Nicholas Müller gelesen.

https://www.droemer-knaur.de/buch/9375929/ich-bin-mal-eben-wieder-tot

Ich hatte das Buch entdeckt, als ich letztens im Bahnhof auf den Zug gewartet habe. Das Thema hat mich natürlich interessiert. Es ist wirklich super geschrieben. Mit viel Ehrlichkeit und Tiefe. Aber auch der Humor trifft total meinen Geschmack. Am meisten Angst hat der Autor vor dem Tod und das hat mich zum nachdenken über dieses Thema gebracht. Ich habe eigentlich vor allem möglichen Angst, aber vor dem Tod eigentlich nicht so besonders. Mir ist dann ein Bericht in den Sinn gekommen, den ich letztens gesehen habe. Es ging glaube ich eigentlich um Autismus. Aber ein Satz  ist mir im Gedächtnis geblieben. Es wurde jemand interviewt und die Frage gestellt, ob er Angst vor dem Tod habe. Der Gefragte hat gesagt, dass er zwar schon Angst vor dem Tod hat, aber viel größere vor dem Leben. Und darin habe ich mich total wieder gefunden. Ich habe immer Angst einer Aufgabe nicht gerecht zu werden, mich falsch zu verhalten oder das durch meine Schuld etwas ganz schlimmes passiert. In meinem gewohnten Alltag kann ich das kompensieren, aber wenn sich etwas verändert glaube ich der Situation nicht mehr gewachsen zu sein. Also machen mir auch Veränderungen Angst. Aber beim tot sein kann man ja eigentlich nichts falsch machen. Das einzige was mir bei dem Gedanken Angst macht, ist was dann aus meinen Kindern wird und der Gedanke macht mich traurig, dass ich sie nicht länger begleiten könnte. Aber so richtig Angst machen mir eher Dinge, die das Leben betreffen.

Aus der Seele gesprochen hat mir das Ende des Buches. Es geht darum sich Hilfe zu suchen und sich dafür nicht zu schämen. Früher war es mir auch immer total unangenehm mir beim Hausarzt vierteljährlich eine Überweisung zum Psychiater zu holen. So ganz einfach fällt es mir immer noch nicht. Aber ich sage mir immer wieder, dass der Psychiater ja eigentlich auch nur ein Facharzt ist und dass es ja auch nicht peinlich ist beispielsweise zum Orthopäden zu gehen. Wenn jemand Zahnschmerzen hat geht er ja auch zum Zahnarzt. Warum sollte also jemand der psychische Probleme hat nicht zum Psychiater gehen? Genau so sehe ich es mit der Einnahme von Psychopharmaka. Natürlich müssen sie mit bedacht eingesetzt werden, aber dann sind sie meiner Meinung nach eine wirklich gute Unterstützung.

Zusammengefasst bin ich von dem Buch begeistert und kann es jedem empfehlen.

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