Neue Möglichkeiten auf Grund von Einschränkungen

Letzte Woche habe ich endlich den Anruf bekommen, dass ich am 11.5. mit der Reha beginnen kann. Es wird allerdings auf Grund von Corona anders laufen als sonst. Ich komme erstmal zum Aufnahmegespräch in die Rehaeinrichtung und anschließend immer nur einmal in der Woche. Für die restliche Zeit bekomme ich Aufgaben für zuhause und kommuniziere per Mail oder Telefon mit den Mitarbeitern. Ich bin wirklich gespannt. Bis jetzt kann ich mir den Ablauf schlecht vorstellen. Ich konnte selbst entscheiden, ob ich unter diesen Umständen schon mit der Reha beginnen will. Die Mitarbeiterin meinte aber auch, dass es wahrscheinlich noch lange dauert, bis zur Normalität zurück gekehrt werden kann. Das ist ja auch das, was wir zur Zeit immer wieder in den Nachrichten hören. Daher habe ich mich recht schnell dazu entschieden jetzt schon anzufangen. Zum einen, weil ich das Gefühl habe, dass es Zeit ist mich wieder um das Thema Arbeit zu kümmern. Und zum Anderen, weil mein ALG 1 am 30. August ausläuft und ich vorher beginnen muss, um Übergangsgeld in der gleichen Höhe zu bekommen. Außerdem weiß ich nicht, ob es nach der Maßnahme direkt nahtlos weitergeht. Da wäre es gut, wenn ich zur Überbrückung noch ALG 1 Anspruch habe. In der Vergangenheit habe ich ja bereits gemerkt, dass das alles nicht so schnell geht.

In der letzten Zeit muss ich immer wieder an eine sehr passende Erkenntnis aus der Tanztherapie denken. Tanztherapie wurde auf der Psychotherapiestation angeboten. Ich war sehr gespannt, weil ich mir gar nicht vorstellen konnte wie dies abläuft. Wir waren eine Gruppe von ungefähr 8 Patienten. Naja, in der Zeit in der ich da war eigentlich nur Patientinnen. Angefangen wurde mit einigen Tänzen nach festgelegtem Ablauf. Anschließend konnten wir uns frei bewegen. Es gab aber jedesmal andere Aufgaben. Zum Beispiel sich nur vorwärts oder rückwärts zu bewegen. Oder nur runde oder eckige Bewegungen zu machen. Anschließend haben wir in der Gruppe über die Empfindungen dabei gesprochen und gemeinsam überlegt, wie dies zu uns und unserem Leben passt. Am Anfang war ich überrascht wie viele Emotionen bei mir dabei hoch gekommen sind. Ich habe fast jedes mal dabei geweint.

An einem Tag war die Aufgabe abwechselnd nur den Oberkörper, den Unterkörper, die rechte Körperhälfte oder die linke Körperhälfte zu bewegen. In der Reflektion haben wir dann wieder darüber gesprochen wie sich dies für uns angefühlt hat. Mir hat es viel Spaß gemacht, da ich auf Bewegungen gekommen bin, die mir sonst nie eingefallen wären. Dies kann ich auch auf viele Situationen im Leben übertragen. Zum Beispiel mit einer psychischen Erkrankung zu Leben. Einiges geht nicht und mit Sicherheit wäre das Leben anders verlaufen ohne diese Erkrankung. Aber vielleicht kommen wir so auch auf ganz andere Ideen, auf die wir sonst nie gekommen wären. Ideen die spannend sind und Spaß machen. Auf die wir sonst nicht gekommen wären. Es passt auch auf die jetzige Einschränkungen unseres gewohnten Lebens auf Grund von Corona und die veränderte Reha. Wer weiß, wofür es gut ist, dass die Reha so läuft, wie sie jetzt läuft und was ich daraus lernen kann und welche neuen Ideen es mir bringt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.