Ich und mein Scheißhaufen

In meinem letzten Beitrag  habe ich ja über das Thema Achtsamkeit geschrieben und auch, dass ich mir vorgenommen habe weiter daran zu arbeiten. Ich habe damals angefangen bei YouTube nach geführten Meditationen zu suchen. So habe ich das erste Mal Videos von Veit Lindau gesehen. Es hat mir so gut gefallen, dass ich weiter gesucht habe und bei Spotify habe ich den Podcast Seelengevögelt gefunden https://open.spotify.com/show/0Kg5EBIVPMR7hlR95fI5sF.

Vorher hatte ich immer große Schwierigkeiten mit Entspannungstechniken und Gedankenreisen. Ich konnte mich noch nie darauf einlassen und bin immer recht schnell gedanklich ausgestiegen und habe mir überlegt, was noch so auf meiner To-Do-Liste für den Tag steht oder was ich zum Abendessen kochen könnte. Die geführten Meditationen hier sind aber irgendwie so gut gemacht, dass ich mich wirklich darauf einlassen konnte und ich immer das Gefühl hatte, dass sie mich wirklich weiterbringen und ich im Anschluss neue und ganz andere Ideen hatte.

Der Podcast begleitet mich bestimmt schon ein halbes Jahr in meinem Alltag und hat mich immer wieder sehr ermutigt und bestärkt den Weg weiter zu gehen. Ich hatte das Gefühl, oft zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Beitrag zu hören. In schwierigen Zeiten habe ich auch öfter Beiträge noch mal gehört, von denen ich wusste, dass sie mich auch weiterhin ermutigen und bestärken werden. So war es auch bei einem Beitrag über das Buch Fucked UP von Veit Lindau https://veitlindau.com/fucked-up/. Auf dieser Seite gibt es dazu auch einen Online Kurs und ein First-Aid-Kit. Ich glaube den habe ich kurz nach dem Aufenthalt in der Tagesklinik gemacht. Vorher habe ich meine Probleme immer versteckt und allen um mich herum etwas vorgespielt. So lange bis ich selbst gar nicht mehr wusste, was ich überhaupt empfinde. Im letzten Beitrag hatte ich schon geschrieben, dass ich es auch gar nicht mehr empfinden wollte. Es war einfach viel zu viel geworden und passte auch überhaupt nicht in mein Leben. Ich wollte bis zur Aufnahme in die Tagesklinik um jeden Preis weiter funktionieren. Um jeden Preis und das war einfach unmöglich, wenn ich die Gefühle in mir zulasse und ansehe. Und dann kam in diesem Online-Kurs die Aufforderung mir meinen Scheißhaufen anzusehen und ich habe es getan. Und am Ende muss ich sagen, so schlimm wie befürchtet war es gar nicht. Es hat sich vorher so angefühlt, als lauerten in mir unzählige Monster, aber als ich alles aufgeschrieben hatte waren es gar keine Monster, sondern eigentlich nur ganz normale Probleme die ich angehen kann. Besonders geholfen hat mir auch der Rat mir und anderen gegenüber mein scheitern einzugestehen und um Hilfe zu bitten. Es ist so viel einfacher ein passendes Hilfsangebot zu finden, wenn ich weiß, wo mein Problem liegt. So konnte ich zum Arbeitsamt gehen und sagen, dass ich in der Pflege vieles versucht habe, alles nicht dauerhaft funktioniert hat und ich Hilfe dabei brauche einen Beruf zu finden, indem ich dauerhaft gesund arbeiten kann. Oder wie jetzt aktuell einen für mich passendes Therapieangebot zu finden, um endlich mit der Vergangenheit abschließen zu können. Vorher konnte ich nur sagen, dass ich ein Problem mit meinem Selbstwert und immer wieder Depressionen habe. Mir ist klar geworden, dass es überhaupt nichts bringt mir und anderen etwas vorzumachen. Die Probleme sind ja nicht weg, nur weil ich nicht hingucke. Ich hätte, bevor ich diesen Podcast kannte nicht geklaubt, dass mir ein Buch; Podcast oder Online-Kurs so viel weiterbringen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.