Doch mehr als Kuscheldecken

Die Tagesklinik in der ich war hat viele Angebote zum Thema Achtsamkeit. Ich hatte früher schon mal einen Bericht darüber gelesen und war auch mal bei einem Seminar zum Thema Zen Meditation. Wenn ich an das Seminar denke, sind mir eigentlich nur meine kalten Füße im Gedächtnis geblieben. Achtsamkeit war zumindest noch nicht in meinem Alltag angekommen.

Die Übungen in der Tagesklinik sind mir am Anfang extrem schwer gefallen. Zur progressiven Muskelentspannung bin ich immer gerne gegangen. Man konnte dort liegen und es gab kuschelige Decken und spätestens nach fünf Minuten war ich eingeschlafen. Zum Glück habe ich nie geschnarcht. Aber das ist ja eigentlich nicht Sinn und Zweck der ganzen Sache. Am schwersten ist mir der Body-Check gefallen. Es wird jedes Körperteil durchgegangen und man soll wertfrei hinein fühlen. Das konnte ich nicht aushalten. Nach dem ersten Körperteil musste ich gedanklich aussteigen. Ich konnte es einfach nicht aushalten. Ich habe das beim nächsten Einzelgespräch angesprochen. Der Therapeut hat mich daraufhin gefragt, was denn passieren würde, wenn ich alles wahrnehme was ich empfinde. Und mein erster Gedanke war, dass ich das nicht aushalten würde und ich auch auf keinen Fall weiter in meinem Beruf arbeiten kann. Mit der Zeit ist mir aber immer mehr klar geworden, dass dies der Weg ist. Dass ich mich und meine Gefühle kennen lernen muss, um meinen eigenen Weg zu finden. Auch wenn es bedeutet, dass es weh tun wird und ich viel ändern muss. So wie ich es vorher gemacht habe, hat es ja definitiv nicht funktioniert. Ich habe dann versucht an möglichst vielen Angeboten zum Thema Achtsamkeit teilzunehmen und auch möglichst Gedanklich dabei zu bleiben. Und es als Übung zu sehen. In der ambulanten Therapie habe ich damit weiter gemacht. Anfangs haben wir den Body-Check gemeinsam in der Stunde gemacht. Später habe ich es dann zu Hause mit einer YouTube-Anleitung gemacht. Es dauert schon immer recht lange und in der Therapiestunde wollte ich noch eine ganze Menge anderes besprechen. Und beim suchen auf YouTube bin ich dann auf Veit Lindau gestoßen. Dazu möchte ich aber eine ganze Menge schreiben und daher mache ich das in einem separaten Beitrag.

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