Macht, Angst und Unverständnis

Hallo ihr Lieben,

es gibt mal wieder viel zu erzählen. Mein Mann hat eine neue E-Mail von meiner Herkunftsfamilie bekommen. Ich habe sie nicht gelesen, aber sie werfen meinem Mann vor, dass er mir den Kontakt verbietet. Das ist für mich irgendwie alles wieder so abwegig, dass mein erster Gedanke war, dass ich das ganze irgendwie falsch verstanden haben muss. Das kann ja gar nicht sein. Ich habe doch einen Brief geschrieben und alles erklärt. Und irgendwie verstehe ich auch gar nicht was mein Mann davon haben sollte. Ich weiß gar nicht, wie man überhaupt auf die Idee kommt. Ich habe über die E-Mail in der letzten Therapiestunde gesprochen. Mein Mann hat sie direkt an den Psychologen weitergeleitet. Er meinte, dass das für ihn wirklich schwierig ist, da er diese Situation noch nie hatte. Sonst hat er immer weniger Informationen über das Leben des Patienten. Diesmal hat er aber mehr Informationen. Er ist aber dabei geblieben, dass ich die Mails nicht lesen soll. Er hat mir erklärt, dass es einfach Menschen gibt für die, die Hauptmotivation für ihr Handeln ist, Macht über andere auszuüben. Und weil es für sie so wichtig ist, denken sie, dass es anderen genauso geht. So theoretisch verstehe ich das ja, aber nachfühlen kann ich das nicht. Die Vorstellung Macht auszuüben macht mir einfach nur Angst. Außerdem meinte der Psychologe noch, dass es in keiner Mail darum geht wie es mir geht. Es geht nur um Schuldzuweisungen. Von einer Seite macht es mir das leichter. Ich weiß jetzt, woher meine ständigen Schuldgefühle kommen. Aber so tief in mir drin ist das noch nicht angekommen. Und ich bin auch irgendwie über dieses Verhalten erschrocken und kann es nicht verstehen. Intellektuell schon aber emotional nicht. Der Psychologe meinte auch, dass ich nicht erwarten kann, dass das von heute auf morgen geht. Es ist ja in über dreißig Jahren entstanden. Und von daher wird es auch ein langer Prozess sein. Eine positive Sache daran ist aber, dass es jetzt vollkommen klar ist, dass der komplette Kontaktabbruch der einzige Weg ist. Nach diesen Mails ist es vollkommen unmöglich. Und das auch von jedem bestätigt zu bekommen, der diese Mails gelesen hat hilft mir viel. Auf meinem eigenen Eindruck kann ich irgendwie immer noch nicht vertrauen. Besonders in dieser Beziehung nicht.

Ich wünsche euch erstmal schöne Ostern. Feiertage waren bis jetzt immer schwierig für mich. Bis jetzt bin ich noch recht entspannt. Außer dass ich mich nicht traue den Briefkasten zu öffnen, da ich Post von meiner Herkunftsfamilie befürchte. Aber bis jetzt kam nichts. Und so hoffe ich, dass wir entspannte Tage haben werden.

Mangelware Zeit

Vor ungefähr einer Woche kam mal wieder eine Mail von meiner Herkunftsfamilie. Ich habe sie nicht gelesen. Ich weiß von meinem Mann nur, dass ihm vorgeworfen wird, mir den Kontakt zu verbieten. Wir haben die Mail an meinen Psychologen weitergeleitet. Er hat noch vor seinem Urlaub zurück geschrieben. Er meinte, dass wir darauf einfach nicht reagieren sollen. Er meinte, wenn wir anfangen zu diskutieren haben wir verloren. Ich vertraue ihm da total, aber intuitiv will ich mich immer erklären. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann ein direktes Gespräch zu führen. Davor ist meine Angst viel zu groß. Ich weiß ja, wie ich innerlich auf die Vorwürfe reagiere. Und ich bin mir sicher, dass Vorwürfe kommen würden. Und ich sehe auch,  dass ich einfach nicht ernst genommen werde. Das sieht man ja schon daran, dass gesagt wird, dass mein Mann die Entscheidung zum Kontaktabbruch getroffen hat. Ich habe doch einen Brief geschrieben und alles erklärt. Aber es wirkt so, als hätte es diesen nie gegeben. Es wird einfach alles ausgeblendet, was nicht in das eigene Weltbild passt. Das ganze kommt mir so verrückt vor, dass ich manchmal denke, dass ich ja etwas falsch verstanden haben muss.  So kann das ja alles gar nicht sein. Mich macht das alles traurig und wütend und es macht mir Angst. Aber es zeigt auch, dass meine Entscheidung richtig war und dass es keine Alternative zum Kontaktabbruch gab. Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich einfach mal ein bisschen Ruhe und Zeit brauche.

Aber seit dem letzten Wochenende habe ich nicht mehr viel Hoffnung, dass sich bei der Arbeit etwas ändert. Auch das ist ein Thema über dass ich weiter nachdenken muss. Eigentlich mag ich meinen Beruf als Gesundheits- und Krankenpflegerin sehr gern und habe auch keine Idee, was ich anderes machen möchte. Aber so kann ich einfach nicht mehr weiter machen. Ich hatte schon viele verschiedene Arbeitgeber. Und entweder müssten unmengen Überstunden gemacht werden oder die Arbeitsbelastung war viel zu hoch. Ich kann einfach nicht damit leben die Arbeit einfach nur möglichst schnell zu erledigen. Es geht um Menschen und um ihre Lebensqualität. Ich würde es gerne schaffen oder etwas verändern. Aber im Moment ist mir das alles einfach zu viel. Und ich glaube auch nicht, dass ich die Situation der Pflege in Deutschland ändern kann. Im Moment ist meine einzige Idee möglichst wenig Geld auszugeben um möglichst wenig verdienen zu müssen. Zur Zeit bin ich ja durch meine Familie sowieso sehr eingebunden. Und ich hoffe, dass sich in ein paar Jahren eine neue Aufgabe für mich ergibt. Ich glaube es braucht einfach alles viel Zeit und die kann ich mir auch von viel Geld nicht kaufen.

Eine unsichere Idee von Freiheit

Hallo ihr Lieben,

es war mal wieder eine Menge los und ich habe das Gefühl ich komme gar nicht hinterher alles zu verarbeiten. Ich brauche irgendwie einfach mal Zeit und ein bisschen Ruhe.

Nach einer Mail meiner Herkunftsfamilie ist es jetzt zum endgültigen Kontaktabbruch gekommen. Es ist natürlich irgendwie gut, dass jetzt total klar geworden ist, dass es keinen gemeinsamen Weg geben wird. Mit jedem weiteren Kontaktversuch ist dies klarer geworden. Aber irgendwie ist es auch schwer. Da ist so viel was ich verarbeiten muss. Auch wenn mir von so vielen gesagt wird, dass es nicht möglich war konstruktive Lösungen zu finden habe ich weiterhin Schuldgefühle. Andererseits wird mir so langsam klar, dass vielleicht doch nicht alles stimmt was mir immer erzählt wurde. Und meine Gefühle und Beobachtungen sind nicht falsch. Das würde einfach so vieles ändern. Alles wäre anders und neu. Ich wäre auch nicht schlechter als andere Menschen, sondern könnte auf Augenhöhe mit ihnen in Kontakt kommen. Ich könnte auf meine Intuition vertrauen. Das würde auch meinen gesamten Arbeitsalltag verändern. Die letzten zwei Wochen waren aber auch sehr anstrengend. Nachdem ich von der Mail erfahren habe sind viele alte Ängste hochgekommen und ich war allgemein extrem angespannt. Es erschreckt mich immer wieder wie sehr mich das aus der Bahn wirft. Und der jetzt ganz offizielle, komplette Kontaktabruch löst in mir ein totales Gefühlschaos aus. Angst, Trauer, Unsicherheit, aber auch Erleichterung und Neugier. Ich bin neugierig auf mich selbst. Wie ich wirklich bin. Ohne Manipulation. Und auf das Leben, wie es sein kann, wenn ich frei bin.

Minimalismus, Zero Waste und ganz viele Ideen


Hallo ihr Lieben,

im letzten Beitrag habe ich euch ja schon erzählt, dass ich viel über Minimalismus gelesen habe. In Bezug darauf habe ich mir einiges vorgenommen. Ich möchte ein Jahr lang nichts kaufen, dass sich nicht verbraucht. Mal gucken wie lange ich das durchhalte und wie praktikabel das ist. Zumindest möchte ich nichts dazu kaufen. Ich habe irgendwo den Trick gelesen oder gehört, dass man sich bevor man etwas kauft überlegen soll, wie lange man dafür arbeiten muss. Und das motiviert mich wirklich. Wenn ich immer so weiter mache wie bisher, dann wird mein Leben nicht ruhiger werden. Es wird sich nicht durch ein Wunder ändern, sondern nur durch meine Veränderungen. Gestern habe ich mir ein Hörbuch gekauft (naja, die verbrauchen sich ja schon irgendwie). Das Buch heißt „ohne wenn und Abfall“ und ist von Milena Glimbovski. https://www.kiwi-verlag.de/buch/ohne-wenn-und-abfall/978-3-462-05019-6/

Es geht um Zero Waste. Also möglichst keinen Müll zu produzieren. Ich finde das wirklich super und es hat mich wirklich motiviert, aber ich glaube ich muss in kleinen Schritten anfangen und erstmal versuchen jede Möglichkeit zu nutzen um Müll zu sparen. Ansonsten bin ich glaube ich ganz schnell überfordert. Ich war heute mit meinen Kindern beim Rewe einkaufen und wir haben mal nach Plastik freien Alternativen gesucht. Fündig geworden sind wir nur bei den Zwiebeln, beim Joghurt und beim Saft. Und das sogar beim Rewe. Beim Aldi ist das Gemüse ja sogar häufig in einer Plastikschale, die in Plastikfolie gepackt wurde. Naja, ich habe ja gerade erst angefangen. Zumindest mein neues Nähprojekt passt gut zum Thema. Ich nähr gerade aus aussortierten Sachen von meinem Mann und Stoffresten, die ich noch habe, Klamotten für mich und die Kinder.

Die Ich habe auch noch viele Ideen und bin froh und dankbar jetzt endlich so viel ausprobieren zu können und den Raum zu haben mir darüber Gedanken zu machen wie ich Leben möchte.