Man muss ja, oder was brauche ich wirklich

Hallo ihr Lieben,

nachdem jetzt Weihnachten, Silvester und mein Geburtstag vorbei sind, geht es mir wieder viel besser. Die Schuldgefühle sind im Alltag nicht mehr so präsent und auch sonst fühle ich mich wieder entspannter und sicherer. Ich glaube es ist noch viel Arbeit bis ich damit abschließen kann, aber ich bin mir immer sicherer, dass es sich lohnt den Weg zu gehen. Auch wenn er der schwerste ist, den ich bis jetzt gegangen bin.

Wenn ich jetzt so zurück überlege hat sich alles andere in meinem Leben zum Positiven entwickelt. Irgendwie wird das alles von den Schuldgefühlen überlagert, aber wenn ich mir vorstelle sie wären weg ist schon eine deutliche Verbesserung sichtbar. Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, dass ich auf Dauer mit ihnen Leben kann, aber mein Psychologe und mein Psychiater meinten, dass es mit der Zeit immer besser werden wird.

Ich glaube weil ich nicht mehr gesagt bekomme was man alles muss, habe ich jetzt die Chance mich selbst und meine Bedürfnisse besser kennen zu lernen. Und ich fühle mich nicht mehr zerrissen zwischen meinen Werten und den Ansprüchen an mich. Ich hatte ja schon mal von dem Buch Magic Cleaning von Marie Kondo geschrieben. Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert

http://Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert https://www.amazon.de/dp/3499624818/ref=cm_sw_r_cp_api_7jUyAb34J8HFW 

Ich habe es gleich noch mal gehört und bin so zu dem Thema Minimalismus gekommen. Ich habe mir das Buch „Weniger Besitzen, mehr Leben“ von Pia Mester gekauft.

http://Minimalismus: Weniger besitzen. Mehr leben. https://www.amazon.de/dp/1511712600/ref=cm_sw_r_cp_api_8nUyAbH3Z5N51

Es geht auch viel um ausmisten, aber auch noch ein Stück weiter. Das Hauptziel ist es nicht, am Ende eine perfekt aufgeräumte Wohnung zu haben, sondern sein Leben ausgemistet zu haben. Und so mehr Zeit für das zu haben, was wirklich wichtig ist. Und das ist das, was ich gerade wirklich brauche. Zeit. Für meine Kinder, meine Partnerschaft, meine Freunde und mich selbst. Ich möchte nicht mehr nur hinterher rennen. Da es in dem Buch sehr viel um aufräumen ging und ich das ja eigentlich schon in dem Magic cleaning Buch gelesen hatte, habe ich noch mal weiter gesucht und habe das Buch Minimalismus: weniger-für mehr Leben von Felix Schäfer gekauft.

http://Minimalismus: weniger – für mehr Leben https://www.amazon.de/dp/3946651097/ref=cm_sw_r_cp_api_rwUyAbWAAY8PN

In diesem Buch geht es wirklich kaum um aufräumen, sondern darum sich Gedanken um die eigenen Ziele und Werte zu machen. Und dann danach zu handeln und den Rest wegzulassen. Als erstes habe ich alles markiert, in dem steht, dass man Beziehungen, die einem nicht gut tun beenden darf. Und als zweites möchte ich unbedingt an meinem Konsumverhalten arbeiten., beziehungsweise meinen Konsum auf das beschränken, was ich wirklich brauche. Ich möchte nicht mehr immer mehr arbeiten, um mehr zu verdienen. Dazu habe ich im Moment einfach keine Zeit. Ich möchte diese Zeit lieber mit meinen Kindern verbringen. In ein paar Jahren haben sie auch keine Lust mehr etwas mit mir zu machen. So lange läuft die Arbeit nicht weg. Ich möchte so viel arbeiten, dass wir uns alles kaufen können, was wir wirklich brauchen. Und mehr nicht. Aber ich habe in den letzten zwei Wochen zu größten Teil nur die Theorie gelesen, diese aber noch nicht mit Leben gefüllt. Ich werde euch davon weiter berichten. Jetzt wünsche ich euch aber erstmal ein schönes Wochenende mit ganz viel Zeit für alles, dass euch wichtig ist.

 

 

Das Leben und der Tod

Ich habe gerade das Buch „Ich bin mal eben wieder tot“ von Nicholas Müller gelesen.

https://www.droemer-knaur.de/buch/9375929/ich-bin-mal-eben-wieder-tot

Ich hatte das Buch entdeckt, als ich letztens im Bahnhof auf den Zug gewartet habe. Das Thema hat mich natürlich interessiert. Es ist wirklich super geschrieben. Mit viel Ehrlichkeit und Tiefe. Aber auch der Humor trifft total meinen Geschmack. Am meisten Angst hat der Autor vor dem Tod und das hat mich zum nachdenken über dieses Thema gebracht. Ich habe eigentlich vor allem möglichen Angst, aber vor dem Tod eigentlich nicht so besonders. Mir ist dann ein Bericht in den Sinn gekommen, den ich letztens gesehen habe. Es ging glaube ich eigentlich um Autismus. Aber ein Satz  ist mir im Gedächtnis geblieben. Es wurde jemand interviewt und die Frage gestellt, ob er Angst vor dem Tod habe. Der Gefragte hat gesagt, dass er zwar schon Angst vor dem Tod hat, aber viel größere vor dem Leben. Und darin habe ich mich total wieder gefunden. Ich habe immer Angst einer Aufgabe nicht gerecht zu werden, mich falsch zu verhalten oder das durch meine Schuld etwas ganz schlimmes passiert. In meinem gewohnten Alltag kann ich das kompensieren, aber wenn sich etwas verändert glaube ich der Situation nicht mehr gewachsen zu sein. Also machen mir auch Veränderungen Angst. Aber beim tot sein kann man ja eigentlich nichts falsch machen. Das einzige was mir bei dem Gedanken Angst macht, ist was dann aus meinen Kindern wird und der Gedanke macht mich traurig, dass ich sie nicht länger begleiten könnte. Aber so richtig Angst machen mir eher Dinge, die das Leben betreffen.

Aus der Seele gesprochen hat mir das Ende des Buches. Es geht darum sich Hilfe zu suchen und sich dafür nicht zu schämen. Früher war es mir auch immer total unangenehm mir beim Hausarzt vierteljährlich eine Überweisung zum Psychiater zu holen. So ganz einfach fällt es mir immer noch nicht. Aber ich sage mir immer wieder, dass der Psychiater ja eigentlich auch nur ein Facharzt ist und dass es ja auch nicht peinlich ist beispielsweise zum Orthopäden zu gehen. Wenn jemand Zahnschmerzen hat geht er ja auch zum Zahnarzt. Warum sollte also jemand der psychische Probleme hat nicht zum Psychiater gehen? Genau so sehe ich es mit der Einnahme von Psychopharmaka. Natürlich müssen sie mit bedacht eingesetzt werden, aber dann sind sie meiner Meinung nach eine wirklich gute Unterstützung.

Zusammengefasst bin ich von dem Buch begeistert und kann es jedem empfehlen.

Angst, Schuld, Freiheit und Glück

Guten Morgen,

ich wünsche euch allen noch alles Gute für das neue Jahr! Ich bin wirklich froh, dass jetzt Wochenende ist. Die letzte Woche bei der Arbeit war wirklich stressig. Und ich habe mal wieder meine Grenzen gesehen. Am Mittwoch hatte ich einen ganz schlechten Tag. Diese Woche war ich bei vielen Kunden, die ich noch nicht kannte. Ich musste viel suchen und auch die Zeiten zu denen meine Kollegin, die gerade im Urlaub ist, sonst kommt wusste ich nicht. Irgendwann hatte ich einfach nur noch Panik und war total verunsichert.  Ich fange dann an über die einfachsten Dinge nachzudenken. Ob ich das so richtig mache und ob das nicht total falsch ist. Ich glaube ich habe über die Jahre sehr gut gelernt das vor Anderen zu verstecken. Und ich glaube nicht, dass ein Kunde es gemerkt hat. Aber am Mittwoch wollte ich einfach nicht mehr. Ich weiß, dass es keine Option ist und nichts bringt mich meinen Ängsten hinzugeben und aufzugeben. Aber ich bin einfach so müde. Manche Tage bin ich motiviert dagegen anzukämpfen. Aber an anderen Tagen denke ich, dass ich das jetzt so seit bestimmt zwanzig Jahren mache und es mir jetzt reicht. Ich will das einfach nicht mehr fühlen. Aber wenn ich jetzt so darüber nachdenke wird mir auch bewusst, dass jeder Andere Mensch mit einer chronischen Erkrankung das ja auch nicht möchte. Er möchte ja bestimmt zum Beispiel auch keine Schmerzen haben. Aber das kann man sich ja nicht aussuchen. Man kann nur versuchen das Beste aus der gegebenen Situation zu machen.

Das ganz große Thema über das ich mir eigentlich seit Silvester Gedanken mache ist Neuanfang. Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester war schlimm. Und ich glaube so richtig vorbei ist das nicht. Ich bin froh, dass es nächste Woche endlich wieder mit der Therapie nach den Feiertagen losgeht. Die Schuldgefühle waren wieder so präsent wie kurz nach dem Gespräch. Und mir ist auch bewusst geworden, dass es noch mehr Menschen gibt, die eine Verbindung darstellen. Mein Psychologe meinte mal, dass ich in der Therapie alles sagen kann, was ich mir wünsche ohne dafür verurteilt zu werden. Und wenn ich mir das vorstelle, dass ich mir frei von Schuld alles wünschen darf, dann wünsche ich mir einen radikalen Schnitt. Wenn ich mir das überlege und mir vorstelle, dass die Schuldgefühle weg sind, dann fühle ich mich frei und es macht mich glücklich. Aber leider kann ich die Schuldgefühle nicht einfach abstellen. Und zur Zeit sind sie so groß und übermächtig, dass ich nicht weiß, wie ich das aushalten soll. Jetzt gerade kann ich mir nicht vorstellen, dass ich das schaffen kann. Aber mir ist auch klar, dass alles andere nichts bringt. Wenn ich meinen Schuldgefühlen nachgebe werde ich mich weiterhin immer nur im Kreis drehen. Alles Andere habe ich ja schon die letzten zehn Jahre versucht. Und irgendwann bin ich immer wieder zu dem gleichen Punkt gekommen. Das bringt einfach nichts.