Glamping und neue Energie

 

Hallo ihr Lieben,

heute stelle ich mal außer der Reihe einen Beitrag online. Ich bin nämlich heute aus dem Urlaub zurück gekommen und möchte davon erzählen. Ungefähr eine Woche vor dem Urlaub war mir das einfach alles zuviel. Erst alles einpacken, dort alles auspacken. Und am Ende wieder alles einpacken und wieder auspacken. Und dann die ganze Wäsche die dann anfällt. Außerdem ist vor dem Urlaub ja sowieso noch soviel zu erledigen. Ich hatte das Gefühl, dass ich einfach nur noch müde bin und keine Energie mehr habe um mein Leben weiter zu leben.

Als es dann aber wirklich mit dem Packen losging, ging es mir schon besser. Ich habe einfach versucht meine Packliste aus dem Internet abzuarbeiten und mir nicht weiter Gedanken darum zu machen. Das hat eigentlich ganz gut geklappt. Wir waren auf einem großen Campingplatz in Kroatien und haben in einem Mobilhome gewohnt. Die ersten zwei Tage musste ich mich erstmal eingewöhnen, da ich schon ein bisschen erschlagen war von der riesigen Ferienanlage. Außerdem musste sich auch der Tagesablauf mit den Kindern erstmal dort einspielen. Aber dann war es echt schön und erholsam. Es gab für die Kinder viele Angebote und immer etwas zu erleben, aber es gab auch ruhigere Ecken, so dass ich nicht ganz so vom Trubel erschlagen wurde.

Jetzt sind wir schon wieder zu Hause und ich muss echt sagen, dass es sich gelohnt hat. Ich hatte eine sehr schöne Zeit mit meiner Familie und habe auch das Gefühl wieder neue Energie für meinen Alltag zu haben. Und ich habe auch wieder Lust ein paar Probleme anzugehen. Wenn ich diesen Text fertig geschrieben habe, dann werde ich mich gleich für eine Hospitation für meine Weiterbildung bewerben. Die Motivation muss ja genutzt werden.

Und was ich nie gedacht hätte ist, dass ich mich sogar schon auf den nächsten Urlaub freue. Wir haben direkt wieder reserviert. Und diesmal im Glamping Village. Ich wollte mir das unbedingt mal angucken, weil ich es mir gar nicht richtig vorstellen konnte. Und als ich es gesehen habe, wollte ich dort unbedingt auch mal Urlaub machen. Es liegt direkt an der Bucht und man kann auf das Meer gucken. Außerdem ist die Ecke vom Campingplatz recht ruhig. Es sind ziemlich große, total schöne Zelte. Auch die Inneneinrichtung ist super schön. Was mir aber so gut gefällt ist, dass es aber immer noch Camping ist. Ich mag einfach die Atmosphäre auf einem Campingplatz so gerne. Es ist einfach total entspannt. Man kann morgens einfach im Schlafanzug vor die Tür gehen und es fällt noch nicht mal auf. Ich bin echt schon gespannt auf das Glamping im nächsten Jahr!

To Kondo und was dann bleibt

Ich habe mir vor kurzem das Buch Magic Cleaning von Marie Kondo gekauft. Es hat mich genervt, dass es bei uns immer so rumpelig aussieht und ich brauchte dringend Motivation um das Problem anzugehen.

Eigentlich ist die Aussage ganz einfach. Man soll nur behalten was man braucht und was einen glücklich macht. Der Rest soll entsorgt werden. Ich war und bin immer noch total motiviert. Und das ging glaube ich vielen so, die das Buch gelesen haben. Letztens habe ich gelesen, dass es jetzt im englischen sogar das Wort to Kondo für radikales ausmisten gibt.

Das Ausmisten hat mich dazu gebracht mir Gedanken zu machen, was mir selbst eigentlich gefällt, wichtig ist und Spaß macht. Ich glaube ich bin in den letzten Jahren schon besser geworden, aber mit vielem habe ich auch noch Schwierigkeiten.

Früher war ich auch beim Thema Kleidung sehr unsicher. Das ist jetzt aber gar nicht mehr so. Wie schon mal erwähnt ich liebe alles, was bunt ist. Auch bei der Einrichtung.

Aber so klar ist mir das nicht in allen Bereichen. Besonders deutlich geworden ist mir das mal beim Sport. Getanzt habe ich immer gern. Aber den Rest habe ich immer nur gemacht, weil es für mich dazu gehörte. Darum ob mir das Spaß macht ging es nicht vorrangig . Schwierig finde ich es eigentlich bei allen Dingen, die die Freizeit angehen. Vor einigen Jahren konnte ich mir nichts anderes vorstellen, als zu arbeiten. Länger frei zu haben fand ich ganz furchtbar, weil ich dann immer in ein tiefes Loch gefallen bin und mir die Ablenkung fehlte. Später habe ich dann gearbeitet, mich um den Haushalt und die Kinder gekümmert. Damals habe ich immer gesagt, dass mein Hobby halt einfach die Arbeit ist.

Jetzt habe ich zum Glück vieles gefunden, dass mir Spaß macht, aber es fällt mir schwer es mir zu erlauben. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich mir Zeit nehme, in der ich etwas unnötiges mache, einfach nur, weil es Spaß macht. Ich könnte ja auch in der Zeit etwas nützliches für andere tun. Ich habe einfach das Gefühl, dass ich es nicht wert bin und nicht verdient habe. Nach dem ich jetzt aber mehrmals an einen Punkt gekommen bin an dem ich einfach so erschöpft war, dass ich nicht mehr konnte, ist mir klar, dass ich weiter daran arbeiten muss.

Auch in Bezug auf mein Rollenbild fällt es mir schwer für mich den richtigen Weg zu finden. Arbeite ich viel habe ich meiner Familie gegenüber ein schlechtes Gewissen. Arbeite ich wenig fühle ich mich faul und auch irgendwie altbacken. Ich denke dann, dass ich mich nur endlich mal zusammen reißen, mich besser organisieren und fleißig sein muss. Dann würde ich das auch alles hinbekommen. Machen andere ja schließlich auch. Bei anderen Menschen finde ich eigentlich jeden Lebensentwurf gut und richtig, wenn es für sie und ihre Familie passt. Mir selbst kann ich es bei diesem Thema allerdings nie recht machen.

Als ich gerade geschrieben habe, musste ich an früher denken, als die Betriebsärztin immer auf mein Gewicht geguckt hat.  Ich wusste, dass ich zunehmen muss. Ich wollte ja auch unbedingt die Ausbildung machen. Aber ich dachte auch, dass ich jetzt schlank bin, zumindest in den Augen der Anderen. Aber was ist wenn ich das nicht mehr bin. Was bin ich dann? Bin ich dann überhaupt noch irgendwas?

Ein ähnliches Gefühl war es auch, als ich mich letztes Jahr krank schreiben lassen musste. Das Arbeiten hat mir ganz viel Sicherheit gegeben. Wenn ich anderen helfe, dann habe ich auch eine Daseinsberechtigung. Aber wenn das jetzt wegfällt. Was ist dann? Wer bin ich dann und was macht mich aus?

Es gibt noch eine ganze Menge Dinge, die mir schwerfallen. Und ich muss weiter daran arbeiten, weil ich erkannt habe, dass ich es auf Dauer nicht durchhalte immer nur zu arbeiten.

Mein Körper und ich

Ich habe gerade mal darüber nachgedacht, wie lange ich schon mit meinem Körper unzufrieden bin und ich glaube es hat in der Pubertät angefangen. Zu diesem Zeitpunkt war ich auch das erste Mal depressiv. Als Jugendliche hatte ich recht starke Akne und bekam deshalb, mit 14 glaube ich, die Pille verschrieben. Daraufhin habe ich recht schnell ungefähr zehn Kilo zugenommen. Ich hatte eigentlich immer Hunger und schämte mich dafür dem so oft nachzugeben. Ich fand meinen Körper fürchterlich hässlich. Eigentlich gefiel mir gar nichts an mir. Meine glatten Haare fand ich furchtbar platt, meine Haut ist durch die Pille auch nicht viel besser geworden, meine Nase fand ich viel zu groß und dafür meine Augen und meinen Mund viel zu klein. Wahrscheinlich könnte ich ewig so weitermachen. Ich schämte mich total für mein Aussehen und wollte am liebsten unsichtbar sein. Auch Kleidung, die in irgendeiner Weise auffällig sein könnte wollte ich auf gar keinen Fall tragen.

Mit meiner Figur war ich ab diesem Zeitpunkt immer unzufrieden. Ich versuchte eigentlich immer abzunehmen, schaffte es aber lange nicht. Ich hatte ständig ein schlechtes Gewissen wenn ich etwas gegessen habe. Ich glaube mit 16 oder 17 fing ich an Mahlzeiten wegzulassen und nahm schließlich 10 Kilo ab. Aber an der Zufriedenheit mit meinem Körper hat das nichts geändert. Ich fand nicht, dass ich anders aussah als vorher. Außerdem hatte ich immer Angst zuzunehmen und hatte beim Essen immer ein schlechtes Gewissen. Ich habe mich einfach nur vor meinem Körper geekelt und auch dass ich weiter abgenommen habe, hat daran nichts geändert.

Als ich wieder in psychiatrischer Behandlung war, war natürlich auch mein Körperbild und mein gestörtes Essverhalten ein Thema. Vom Verstand her wusste ich, dass 46 Kilo zu wenig sind, aber ich fand mich ja überhaupt nicht dünn.

In der Ausbildung wusste die Betriebsärztin von meinem gestörten Essverhalten und mein Gewicht war bei jedem Kontrolltermin ein Thema. Das hat nicht sonderlich geholfen einen normalen Umgang mit dem Thema zu erlernen. In der Ausbildung hatte ich glaube ich Normalgewicht, aber ich fand mich immer viel zu dick.

Das ist noch heute so. Es ist ganz komisch und schwer zu erklären. Ich finde übergewichtige andere Menschen überhaupt nicht hässlich und sehr weibliche Formen finde ich bei anderen Frauen sehr schön. Auch sehr schlanke Männer sind eigentlich nicht unbedingt mein Typ. Ich finde immer dass es bei anderen Leuten gut aussieht und bei mir eklig und schwabbelig ist.

Ich versuche einfach wenig darüber nachzudenken. Wie schon in einem anderen Beitrag erwähnt mache ich lieber Sport, bei dem es nicht unbedingt um das Aussehen geht, bzw. der Trainer dies nicht ständig erwähnt.

Außerdem hilft es mir sehr viel, vegan zu essen. Es geht dann nicht nur um mich, sondern darum den Tieren und der Umwelt etwas gutes zu tun. Seitdem ich mich mit dem Thema beschäftige macht es mir sogar Spaß zu kochen.

Mit meinem restlichen Aussehen ist es eigentlich das gleiche. Ich versuche nicht viel darüber nachzudenken und einfach das Beste aus mir zu machen. Ich liebe zum Beispiel bunte Kleidung. Ich finde die Welt ist traurig genug, da kann ein bisschen Farbe nicht schaden.