Kreativ und individuell

Letztens ist mir aufgefallen, dass ich noch gar nicht über mein Bullet Journal geschrieben habe. Ich benutze es so oft, dass es für mich schon so selbstverständlich geworden ist und ich gar nicht daran gedacht habe davon zu erzählen.

Ein Bullet-Journal ist kurz gesagt eine Mischung aus einem Kalender und einer To-do-Liste. Man gestaltet es selbst und ganz auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten. Zum anfangen braucht man eigentlich nur ein Notizbuch mit Seitenzahlen, einen Stift und ein Lineal. Ich benutze ein Notizbuch mit gepunkteter Lineatur. Da ist recht wenig vorgegeben, aber es reicht für die Orientierung auf der Seite. Das kann man sich aber ganz nach eigener Vorliebe aussuchen. Auch ob man es sehr Minimalistisch führen möchte, oder es mit Bildern oder Handlettering gestalten möchte ist ganz einem selbst überlassen. Am Anfang habe ich mir einige Seiten bei Pinterest angesehen und bin zu dem Schluss gekommen es ganz einfach zu führen. Mein erster Gedanke war, dass ich dafür keine Zeit habe. Irgendwann habe ich dann aber doch mal angefangen es etwas zu dekorieren und etwas rein zu malen. und es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin. Außer wenn ich mal wenig Zeit habe, aber meist dekoriere ich die Seiten doch irgendwie. Aber ich glaube man muss es einfach ausprobieren.

Als erstes beginnt man mit dem Inhaltsverzeichnis. Danach folgt eine Jahresübersicht. Damit man auch schon weit im voraus gemachte Termine eintragen kann. Danach kommt die Übersicht über den nächsten Monat. Hier kann man direkt die bereits gemachten Termine aus der Jahresübersicht eintragen. Und dann kommen auch schon die Wochenübersichten in die man direkt die Termine aus der Monatsübersicht eintragen kann. Ich habe mehrere Designs die ich bei Pinterest gesehen habe ausprobiert und bin jetzt lange dabei geblieben die beiden Seiten für die Woche einfach in 8 Kästchen einzuteilen. Ein Kästchen für jeden Tag und eines für Notizen. Am Sonntag trage ich immer alle Termine ein, die in der nächsten Woche anliegen. Danach überlege ich was ich kochen möchte und trage auch dies ein. Dann kann ich direkt einen Einkaufszettel schreibe. Und dann trage ich bei den Notizen ein, was diese Woche zu erledigen ist. Dann schaue ich noch einmal in der letzten Woche nach, on etwas nicht erledigt wurde. Wenn ja, dann trage ich es diese Woche wieder ein. Alles was ich erledigt habe, hake ich ab. Das ist meiner Meinung nach das schönste daran, weil ich mich jedes Mal freue etwas erledigt zu haben.

Ansonsten kann man auch noch alles andere eintragen, was einem nützlich erscheint. Häufig mache ich eigene To-do-Listen für bestimmte größere Dinge. Ich habe auch eine Seite für Geschenkideen und Rezepte, die ich gerne öfter kochen möchte. Auch schon gesehen habe ich Seiten, in denen sich jemand aufgeschrieben hat, welche Filme er gerne sehen möchte, bzw. welche Bücher er lesen möchte. Der Fantasy sind keine Grenzen gesetzt. Wen es interessiert dem würde ich empfehlen Bullet Journal einfach einmal zu googeln. Dabei bekommt man sofort tolle Anregungen.

Mir gefällt dabei am besten die Möglichkeit zur Kreativität und dass ich mir viel weniger merken muss, da ich mir vieles direkt aufschreibe und später immer wieder nachlesen kann. Außerdem kann ich die nächste Woche viel besser organisieren und spare mir doppeltes herumgefahre, weil ich irgendetwas vergessen habe. In dieser gesparten Zeit kann ich locker eine neue Wochenübersicht gestalten.

Ich und mein Scheißhaufen

In meinem letzten Beitrag  habe ich ja über das Thema Achtsamkeit geschrieben und auch, dass ich mir vorgenommen habe weiter daran zu arbeiten. Ich habe damals angefangen bei YouTube nach geführten Meditationen zu suchen. So habe ich das erste Mal Videos von Veit Lindau gesehen. Es hat mir so gut gefallen, dass ich weiter gesucht habe und bei Spotify habe ich den Podcast Seelengevögelt gefunden https://open.spotify.com/show/0Kg5EBIVPMR7hlR95fI5sF.

Vorher hatte ich immer große Schwierigkeiten mit Entspannungstechniken und Gedankenreisen. Ich konnte mich noch nie darauf einlassen und bin immer recht schnell gedanklich ausgestiegen und habe mir überlegt, was noch so auf meiner To-Do-Liste für den Tag steht oder was ich zum Abendessen kochen könnte. Die geführten Meditationen hier sind aber irgendwie so gut gemacht, dass ich mich wirklich darauf einlassen konnte und ich immer das Gefühl hatte, dass sie mich wirklich weiterbringen und ich im Anschluss neue und ganz andere Ideen hatte.

Der Podcast begleitet mich bestimmt schon ein halbes Jahr in meinem Alltag und hat mich immer wieder sehr ermutigt und bestärkt den Weg weiter zu gehen. Ich hatte das Gefühl, oft zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Beitrag zu hören. In schwierigen Zeiten habe ich auch öfter Beiträge noch mal gehört, von denen ich wusste, dass sie mich auch weiterhin ermutigen und bestärken werden. So war es auch bei einem Beitrag über das Buch Fucked UP von Veit Lindau https://veitlindau.com/fucked-up/. Auf dieser Seite gibt es dazu auch einen Online Kurs und ein First-Aid-Kit. Ich glaube den habe ich kurz nach dem Aufenthalt in der Tagesklinik gemacht. Vorher habe ich meine Probleme immer versteckt und allen um mich herum etwas vorgespielt. So lange bis ich selbst gar nicht mehr wusste, was ich überhaupt empfinde. Im letzten Beitrag hatte ich schon geschrieben, dass ich es auch gar nicht mehr empfinden wollte. Es war einfach viel zu viel geworden und passte auch überhaupt nicht in mein Leben. Ich wollte bis zur Aufnahme in die Tagesklinik um jeden Preis weiter funktionieren. Um jeden Preis und das war einfach unmöglich, wenn ich die Gefühle in mir zulasse und ansehe. Und dann kam in diesem Online-Kurs die Aufforderung mir meinen Scheißhaufen anzusehen und ich habe es getan. Und am Ende muss ich sagen, so schlimm wie befürchtet war es gar nicht. Es hat sich vorher so angefühlt, als lauerten in mir unzählige Monster, aber als ich alles aufgeschrieben hatte waren es gar keine Monster, sondern eigentlich nur ganz normale Probleme die ich angehen kann. Besonders geholfen hat mir auch der Rat mir und anderen gegenüber mein scheitern einzugestehen und um Hilfe zu bitten. Es ist so viel einfacher ein passendes Hilfsangebot zu finden, wenn ich weiß, wo mein Problem liegt. So konnte ich zum Arbeitsamt gehen und sagen, dass ich in der Pflege vieles versucht habe, alles nicht dauerhaft funktioniert hat und ich Hilfe dabei brauche einen Beruf zu finden, indem ich dauerhaft gesund arbeiten kann. Oder wie jetzt aktuell einen für mich passendes Therapieangebot zu finden, um endlich mit der Vergangenheit abschließen zu können. Vorher konnte ich nur sagen, dass ich ein Problem mit meinem Selbstwert und immer wieder Depressionen habe. Mir ist klar geworden, dass es überhaupt nichts bringt mir und anderen etwas vorzumachen. Die Probleme sind ja nicht weg, nur weil ich nicht hingucke. Ich hätte, bevor ich diesen Podcast kannte nicht geklaubt, dass mir ein Buch; Podcast oder Online-Kurs so viel weiterbringen kann.

Doch mehr als Kuscheldecken

Die Tagesklinik in der ich war hat viele Angebote zum Thema Achtsamkeit. Ich hatte früher schon mal einen Bericht darüber gelesen und war auch mal bei einem Seminar zum Thema Zen Meditation. Wenn ich an das Seminar denke, sind mir eigentlich nur meine kalten Füße im Gedächtnis geblieben. Achtsamkeit war zumindest noch nicht in meinem Alltag angekommen.

Die Übungen in der Tagesklinik sind mir am Anfang extrem schwer gefallen. Zur progressiven Muskelentspannung bin ich immer gerne gegangen. Man konnte dort liegen und es gab kuschelige Decken und spätestens nach fünf Minuten war ich eingeschlafen. Zum Glück habe ich nie geschnarcht. Aber das ist ja eigentlich nicht Sinn und Zweck der ganzen Sache. Am schwersten ist mir der Body-Check gefallen. Es wird jedes Körperteil durchgegangen und man soll wertfrei hinein fühlen. Das konnte ich nicht aushalten. Nach dem ersten Körperteil musste ich gedanklich aussteigen. Ich konnte es einfach nicht aushalten. Ich habe das beim nächsten Einzelgespräch angesprochen. Der Therapeut hat mich daraufhin gefragt, was denn passieren würde, wenn ich alles wahrnehme was ich empfinde. Und mein erster Gedanke war, dass ich das nicht aushalten würde und ich auch auf keinen Fall weiter in meinem Beruf arbeiten kann. Mit der Zeit ist mir aber immer mehr klar geworden, dass dies der Weg ist. Dass ich mich und meine Gefühle kennen lernen muss, um meinen eigenen Weg zu finden. Auch wenn es bedeutet, dass es weh tun wird und ich viel ändern muss. So wie ich es vorher gemacht habe, hat es ja definitiv nicht funktioniert. Ich habe dann versucht an möglichst vielen Angeboten zum Thema Achtsamkeit teilzunehmen und auch möglichst Gedanklich dabei zu bleiben. Und es als Übung zu sehen. In der ambulanten Therapie habe ich damit weiter gemacht. Anfangs haben wir den Body-Check gemeinsam in der Stunde gemacht. Später habe ich es dann zu Hause mit einer YouTube-Anleitung gemacht. Es dauert schon immer recht lange und in der Therapiestunde wollte ich noch eine ganze Menge anderes besprechen. Und beim suchen auf YouTube bin ich dann auf Veit Lindau gestoßen. Dazu möchte ich aber eine ganze Menge schreiben und daher mache ich das in einem separaten Beitrag.

Inspiration für eine positivere Sicht

Das Datum der Krankenhausaufnahme rückt immer näher und ich werde immer aufgeregter. Es könnte von mir aus nochmal nach hinten verschoben werden. Ich bin mir immer noch sicher, dass ich das so machen möchte. Aber da es jetzt plötzlich losgeht habe ich schon Angst. Das ganze letzte Jahr habe ich gefühlt immer nur irgendwas beantragt und so wirklich passiert ist eigentlich wenig. Aber jetzt soll es nächste Woche wirklich losgehen. Andererseits bin ich aber auch froh. Ich glaube es ist so langsam wirklich an der Zeit.

Da ja aber noch gar nicht wirklich etwas neues passiert ist, möchte ich damit weiter machen euch von Dingen zu erzählen, die mir im letzten Jahre geholfen haben. Ich habe durch Zufall den YouTube Kanal „der Krebs hat Krebs gefunden“.https://www.youtube.com/channel/UC98CRvsm9WPSPsZW2hSI6HA

Bis jetzt gibt es schon 69 Teile und ich habe vor einigen Monaten irgendwo in der Mitte angefangen zuzuhören. Da mich die Geschichte aber so sehr interessiert hat, bin ich zurück gegangen zum Eröffnungsvideo und habe dann nach und nach wirklich alle Teile gesehen, bzw. gehört. Ich höre der Anuschka, die in diesem Kanal ihre Geschichte erzählt einfach gerne zu, da sie eine sehr sympathische und lustige Art hat. Außerdem hat mich ihre Sichtweise total inspiriert und mich ermutigt meinen Weg so weiter zu gehen, wie ich ihn gegangen bin. Ich denke schon lange darüber nach, wie ich das ganze Schreiben soll. Ich finde es ist so schwer zu vergleichen. Und häufig macht es mir auch ein schlechtes Gewissen, da ich keine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung habe. Aber ich wollte trotzdem unbedingt davon erzählen, da mich ihre Videos so sehr motiviert haben weiter dran zu bleiben und noch mal den Arzt zu wechseln und etwas Neues auszuprobieren. Und auch einfach mal einen neuen und positiveren Blick auf das Leben zu haben, als ich ihn sonst selbst habe. Auch von ihrem Umgang mit Rückschlägen war ich die ganze Zeit über begeistert. Ich kann euch allen nur diesen Kanal empfehlen. Vielleicht geht es dem einen oder anderem dabei so wie mir.

Auf der Suche nach dem Wesentlichen zwischen dem ganzen Kram

In den letzten Beiträgen habe ich euch auf den neuesten Stand gebracht, was im letzten Jahr bei mir alles passiert ist und wie meine Pläne für die Zukunft aussehen. Jetzt würde ich gerne von den Dingen erzählen, die mir zusätzlich zur Therapie geholfen haben.

Ich habe schon in früheren Beiträgen darüber berichtet, dass ich gerne nachhatiger und minimalistischer Leben möchte. In diesem Beitrag möchte ich erzählen, wie es bis jetzt damit weiter ging.

Ich habe schon vor einiger Zeit das Buch Magic Cleaning von Marie Kondo gelesen und habe direkt motiviert mit dem Ausmisten angefangen. Das Konzept finde ich immer noch super, aber mit dem immer perfekt aufgeräumten Haus ohne weiterhin aufzuräumen hat es leider nicht geklappt. Realistisch gesehen ist das aber denke ich mal auch bei einem Haushalt mit fünf Personen und zwei Hunden kaum möglich. Anfangs habe ich mich mit dem Gedanken, dass ich einfach nur alles überflüssige loswerden muss und es dann immer aufgeräumt ist ziemlich gestresst. Jetzt versuche ich das ganze lockerer anzugehen und das Ausmisten eher als kontinuierlichen Prozess anzusehen. Letzte Woche haben wir den Flur erneut gründlich ausgemistet und ich frage mich immer noch, wo dauernd die ganzen Sachen herkommen. Meinem Empfinden nach habe ich mein Konsumverhalten schon stark verändert und wir haben schon mindestens dreimal ausgemistet und trotzdem hatten wir wieder zwei Müllsäcke voll mit Dingen die wir nicht mehr brauchen Am schlimmsten ist das immer in den Kinderzimmern. Obwohl ich es mir dort erklären kann. Kleidung wird zu klein und Interessen und Bedürfnisse von Kindern ändern sich noch wesentlich häufiger, als bei Erwachsenen. Ich habe mir vorgenommen in Zukunft einmal im Jahr jeden Raum gründlich auszumisten. Das wichtigste ist es aber meiner Meinung nach, weiterhin an meinem Konsumverhalten zu arbeiten.

Womit ich zu einem weiteren großen Feld komme. Minimalismus. Dieses beinhaltet mehrere Aspekte, aber mit dem Konsum möchte ich anfangen. Von April 2018-April 2019 habe ich den Versuch gemacht nichts mehr zu kaufen, was sich nicht verbraucht und ich habe es geschafft. Ich habe gemerkt wieviel Zeit eigentlich dabei drauf geht. Außerdem habe ich immer irgendeine Lösung gefunden mit Dingen, die ich schon zu Hause hatte. Früher habe ich einfach etwas Neues gekauft. Da dieses in dieser Zeit aber nicht ging, habe ich nach einer anderen Lösung gesucht und immer eine gefunden. Das möchte ich auf jeden Fall beibehalten. Ich versuche nur noch Dinge zu ersetzen, die kaputt gegangen sind. Außerdem versuche ich mich von Trends freizumachen. Das spart wirklich viel Zeit, Energie und Geld und am Ende auch Müll.

Ein weiterer Punkt zum Thema Minimalismus sind für mich Aktivitäten. Ich versuche mich möglichst auf möglichst wenige zu beschränken und nichts mehr nur zu machen, weil ich denke, dass man das machen muss. Mit drei Kindern ist das aber wirklich eine Herausforderung. Besonders im Dezember, wenn überall noch irgendwelche Weihnachtsveranstaltungen stattfinden.

Ansonsten haben wir noch versucht möglichst wenig Müll zu produzieren. Wir haben beim örtlichen Biobauern und im unverpackt Laden eingekauft. Nachdem wir uns aber im letzten Jahr unsere Finanzen genauer angeschaut haben, mussten wir das ganze leider wieder etwas reduzieren, da es wirklich wesentlich teurer war, als vorher und wir es uns zur Zeit leider nicht leisten können. Ich versuche es aber trotzdem in unseren Möglichkeiten weiter zu machen. Auch beim ALDI gibt es unverpacktes Obst und Gemüse und ich versuche bei allem was ich kaufe das am wenigsten verpackte Produkt zu nehmen. Außerdem bleibe ich bei den Stofftaschentücher. Ich benutze waschbare Putzlappen statt Küchenkrepp und waschbare Abschminkpads.

Meiner Erfahrung muss man häufig Kompromisse machen und kommt auch nicht immer zum gewünschten Ziel. Aber trotzdem hat sich für mich und die Umwelt durch alle diese Dinge eine Menge zum positiven entwickelt. Ich probiere weiter!

Jetzt geht alles so schnell

Heute war der Termin auf der Psychotherapiestation zum Kennenlernen. Als ich den Termin gemacht habe, war ich total ungeduldig und die Wartezeit war mir viel zu lang. Als das Datum jetzt aber immer näher rückte war ich schon total aufgeregt und hätte es am liebsten noch mal verschoben. Es wäre mir aber zu peinlich gewesen, dass dann dem Psychologen und der Rehaeinrichtung zu erzählen und weitergebracht hätte es mich ja auch nicht. Also bin ich heute total aufgeregt hingefahren. Und ich muss sagen, das schlimmste war es die Station zu finden. Ich bin so losgefahren, dass ich, dachte ich zumindest, noch genug Zeit zum Suchen habe. Als erstes habe ich aber keinen Parkplatz auf dem Gelände gefunden. Da es dann aber schon 10.55 war und ich um 11.00 den Termin hatte, habe ich mich auf den Parkplatz des benachbarten Pflegeheimes gestellt. In der Hoffnung, dass es keiner merkt. Dann besteht die Psychiatrie dort aus mehreren kleinen Häuschen. Ich musste zu Station 4. Diese habe ich aber auf keinem Ausschilderungsschild entdeckt. Ich bin mindestens dreimal im Kreis gelaufen. Dann war es schon 11.01 Uhr. Ich habe mich dazu entschlossen auf der Station anzurufen, um Bescheid zu geben, dass ich auf dem Weg bin. Zum Glück, denn die Frau am Telefon hat mir den Weg beschrieben und alleine hätte ich das Gebäude nicht gefunden. Ich musste vom Gelände runter und ein Stück die Straße entlang. Wenn man es weiß, ist es einfach. Aber sonst hätte ich wahrscheinlich noch länger gesucht.

Das Gebäude und die Einrichtung sind schon ziemlich in die Jahre gekommen. Aber darauf kommt es ja nicht an. Die Psychologin mit der ich gesprochen habe war sehr nett und ich habe mich im Gespräch relativ wohl gefühlt. So weit das unter den Umständen eben geht. Sie hat mich erstmal nur interessiert gefragt und noch nicht in sensiblen Themen gebohrt. So dass es mir auch nach dem Gespräch noch gut ging. Am Ende sagte mir, dass ich bei ihnen richtig bin, um an meinen Problemen zu arbeiten. Die Therapie dort würde 6-8 Wochen dauern und ich könnte schon in ungefähr 3 Wochen starten. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass das so schnell geht. Ich bin von einer wesentlich längeren Wartezeit ausgegangen. Und jetzt, da es wirklich losgehen soll mache ich mir schon ziemlich große Sorgen. Besonders, ob zu Hause alles so klappt und ob es nicht eine riesige Belastung für meinen Mann wird. Und inhaltlich wird es ja auch kein netter Ausflug werden. Sondern es wird an die Dinge gehen, die wirklich weh tun. Aber sonst hätte das ganze ja auch keinen Sinn. Und wenn ich alle Ängste beiseite lasse, bin ich mir auch sicher, dass es für mich der richtige Weg es. Es fühlt sich stimmig an, das ganze jetzt anzugehen und danach mit der Reha zu starten.

Zum Aufgeben ist es viel zu früh

Bei meinem Entlassungsgespräch in der Tagesklinik wurde mir empfohlen mir zusätzlich zum Psychologen auch einen Psychiater zu suchen. Besonders, weil ich als nicht arbeitsfähig entlassen wurde. Der Arzt meinte, dass ein Facharzt dies besser einschätzen kann, als ein Hausarzt.

Bis kurz vor dem Aufenthalt in der Tagesklinik war ich in der Institutsambulanz des Krankenhauses meiner früheren Heimatstadt in Behandlung. Im Nachhinein kommt mir das alles dort aber ein bisschen seltsam vor. Vor über zehn Jahren hatte ich dort angerufen, weil ich von meinem Hausarzt Antidepressiva verordnet bekommen habe und darüber gerne mit einem Facharzt sprechen wollte. Ich bekam recht schnell einen Termin und es hat mir dort gut gefallen. Allerdings wurde mir nie zu einer richtigen Therapie geraten. Was ich im Nachhinein wirklich komisch finde, da es in der Tagesklinik jedem geraten wurde. Ich wusste damals gar nicht, welche Möglichkeiten es eigentlich alles gibt. Die ersten zwei Jahre, hat mir die Behandlung dort schon geholfen, aber später ist eigentlich gar nichts mehr passiert. Es war also höchste Zeit für einen Wechsel.

Als erstes machte ich einen Termin bei einem Psychiater bei mir in der Nähe. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch ganz viele Fragen. Besonders, wie es beruflich weitergehen kann, da ich zu diesem Zeitpunkt noch krank geschrieben war und auch vom Arbeitsamt noch nicht viele Informationen bekommen hatte. Der Psychiater las sich vor dem Gespräch meine Arztbriefe durch und meinte dann zu mir, dass ich mir mal darüber Gedanken machen sollte, ob ich das mit dem Arbeiten überhaupt schaffe. Er meinte, dass sich alle Mühe geben und ich immer wieder gegen die Wand laufe und ich doch Hausfrau und Mutter werden soll. Er meinte noch zu mir, dass wir nicht alle Frau von der Leyen sind. Zusätzlich sollte ich noch die Dosis der Antidepressiva verdoppeln, was ich überhaupt gar nicht verstanden habe. Ich hatte ihm im Gespräch erzählt, dass ich schon mal eine höhere Dosis genommen habe und keinen Unterschied bemerkt habe. Zu diesem Zeitpunkt des Gesprächs war ich dann aber schon so verunsichert, dass ich mich nicht mehr getraut habe nachzufragen.

Mit diesem Gespräch hatte ich gedanklich noch lange zu tun und musste es erstmal verarbeiten. Ich fühlte mich wegen dem Satz, dass sich alle bemühen und ich immer wieder gegen die Wand laufe total schlecht. Ich kann aber wirklich besten Gewissens sagen, dass ich mein Bestes gebe und mich bemühe. Ich habe dann mit meinem Mann über die Hausfrauen-Idee gesprochen und wir haben hin und her gerechnet. Sind aber zu dem Ergebnis gekommen, dass wir mein Gehalt brauchen. Und irgendwie möchte ich das auch gar nicht. Nur, wenn es wirklich keine andere Möglichkeit gibt. Ich finde das ganze ist wirklich ein schwieriges Thema. Ich glaube auch, dass es einfach Zeit braucht sich um Kinder zu kümmern. Und auch die zusätzliche Arbeit im Haushalt muss erledigt werden. Es kommt mir oft so vor, dass es ja ganz einfach ist und man einfach arbeiten kann, wenn die Kinder in der Schule oder der Kita sind. Bei mir hat das aber irgendwie nie so einfach geklappt. Ich hatte noch nie Arbeitszeiten, die genau mit den Öffnungszeiten der Kita gepasst haben. Außerdem waren am Anfang kaum mal alle Kinder gleichzeitig eine Woche ohne Krankheitsausfall in der Kita. Zwischendurch war auch noch der große Streik der Erzieher. Und danach ist ja auch zu Hause noch eine Menge zu erledigen. Ich war damit wirklich oft überfordert. Aber andererseits frage ich mich auch, ob der Psychiater einem Mann in meiner Situation den gleichen Vorschlag gemacht hätte. Ich glaube nämlich nicht. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, wirtschaftlich total abhängig zu sein. Und zu alledem sind meine Kinder auch irgendwann mal groß. Nach allem Überlegen bin ich dann zu dem Schluss gekommen, dass es für mich noch nicht an der Zeit ist, die beruflichen Pläne vollkommen über Bord zu werfen. Ich habe ja erst einen einzigen Beruf ausprobiert. Vielleicht klappt ja ein anderer besser. Und es gibt ja auch Unterstützung. Bevor ich aufgebe, möchte ich zumindest alles versucht haben und das habe ich noch lange nicht. So richtig habe ich ja noch gar nicht angefangen. Auch die doppelte Dosis Medikamente habe ich nicht genommen. Ich wollte mir dazu noch mal eine andere Meinung holen. Den nächsten Termin bei diesem Psychiater habe ich abgesagt. Ich brauchte Hilfe bei beruflichen Fragen und Beratung bezüglich der Medikamente. Und bei beiden Themen hatte ich nicht den Eindruck, dass mir durch diesen Termin geholfen wurde.

Ich machte noch einem einen Termin bei einem anderen Psychiater. In der Zwischenzeit hatte sich schon durch das Arbeitsamt eine Menge geklärt. Aber bei dem neuen Psychiater fühlte ich mich wesentlich wohler und ernstgenommener. Er erzählte mir nicht seine Meinung zu mir nach Aktenlage, sondern fragte mich, wie er mir behilflich sein kann. Er fand es auch richtig, die Medikamente weiterhin in der niedrigeren Dosierung zu nehmen. Falls es mir mal schlechter geht, kann ich das ja immer noch wieder ändern. Es fällt mir zwar immer schwer einem neuen Arzt meine Geschichte zu erzählen, aber ich glaube, dass es trotzdem viel bringt zu wechseln, wenn man ein ungutes Gefühl hat.

 

Noch mal zurück in die Vergangenheit?

Das erste Mal das Gefühl, noch nicht bereit zu sein, in die Zukunft zu starten hatte ich im Assessment. In einem früheren Beitrag hatte ich schon mal erzählt, dass mir die Psychologin dort eine Aufgabe gegeben hat, in der ich mich an meine Kindheit im Alter von 0-10 erinnern sollte. Ich fühlte plötzlich nur noch Selbsthass und konnte dieses Gefühl überhaupt nicht aushalten.

Im Anschluss an das Assessment wollte ich dieses Thema in der ambulanten Therapie bearbeiten. Da wir nicht mehr so allzu viele Stunden von der Krankenkasse genehmigt haben, beschlossen wir vor einiger Zeit, die Termine nur noch zweiwöchentlich stattfinden zu lassen. Damals dachte ich auch, dass das vollkommen ausreichend ist, da ich nicht mehr viel zu bearbeiten habe, sondern nur noch etwas Unterstützung im Alltag brauche. Um uns diesem Thema zu widmen haben wir aber überlegt, die Termine wieder wöchentlich zu vereinbaren. In der ersten Stunde sprachen wir darüber, dass mich alles rund um meine Herkunftsfamilie immer noch extrem triggert. Dieser Termin war anstrengend aber noch ok. Beim zweiten Mal stiegen wir dann direkt ein in die Schuldgefühle und den Selbsthass, den die Frage der Psychologin bei mir ausgelöst haben. Und wieder konnte ich es kaum aushalten, so dass wir es abgebrochen haben. Hier kam das erste Mal die Frage auf, ob die ambulante Therapie der richtige Ort ist, um dieses Thema zu bearbeiten. In der folgenden Woche habe ich viel darüber nachgedacht. Mir ist klar geworden, dass die ambulante Therapie für mich dafür nicht geeignet ist. Ich kann mir nicht vorstellen, über diese Themen zu sprechen und anschließend nach Hause zu fahren und in meinem Alltag zu funktionieren. Außerdem macht es mir Angst dann mit meinen Gefühlen allein zu sein. Ich möchte dieses Thema aber unbedingt jetzt bearbeiten. Ich finde, dass es einfach der richtige Zeitpunkt ist, da ich den beruflichen Neuanfang noch nicht begonnen habe. Mein Wunsch ist, dass erst abzuschließen und mich anschließend ohne Unterbrechung auf das berufliche konzentrieren zu können.

Beim nächsten Termin erzählte ich dies meinem Psychologen und fragte ihn, ob er einen Rat hat, wo ich dieses Thema bearbeiten kann. Er sagte, dass er mir zu einer stationären Therapie raten würde. Er meinte, dass für mich eine Schematherapie, oder eine tiefenpsychologische Therapie besonders geeignet sind. Ich hätte das sehr gerne wieder in einer Tagesklink gemacht. Aber leider gibt es in meiner Nähe keine, die diese Therapieformen anbieten. Am Anfang habe ich mich total gegen den Gedanken gesträubt eine stationäre Therapie zu machen. Ich konnte mir nicht vorstellen meine Familie so lange alleine zu lassen. Dann habe ich mir überlegt, was ich meiner Freundin an meiner Stelle raten würde. Ihr würde ich sagen, dass sie die Therapie auswählen soll, von der sie ausgeht, dass sie ihr am besten hilft. In der Tagesklinik wäre sie auch acht Wochen und hätte ihr Problem vermutlich nicht gelöst. Und ich würde sagen, dass es bei jedem Menschen irgendwie gehen muss. Wenn jemand einen Unfall hat, muss er schließlich auch ins Krankenhaus. Und es findet sich immer eine Lösung. Egal in welcher Lebenssituation er sich befindet. Daher habe ich mich im Internet auf die Suche begeben und in meiner Nähe eine Klinik gefunden, die beides anbietet. Dort habe ich ein Termin für ein Kennenlerngespräch vereinbart. Leider dauert es ein paar Wochen, da die Feiertage dazwischen liegen.

Meine Sorge war auch noch, ob es ein Problem mit der Reha ist, wenn ich eine stationäre Therapie mache. Auch wenn ich vorher noch das andere erledigen möchte, möchte ich die medizinisch-berufliche Reha unbedingt machen, da ich immer noch davon überzeugt bin, dass sie genau das Angebot ist, dass ich brauche. Ich habe also noch mal dort angerufen und mit der Leiterin gesprochen. Sie hat mich beruhigt und sagte, dass die Kostenzusage 6 Monate gültig ist. Ich habe also bis zum 6.6. Zeit dort anzufangen. Falls ich vorher im Krankenhaus bin, können wir den Beginn der Reha einfach auf einen Termin nach der Entlassung verschieben. Ich habe bei meinem Anruf in der Klinik gar nicht daran gedacht zu fragen, wie lange die Wartezeit ist. Aber ich denke mal, dass ich das auch bei dem Kennenlern-Termin erfahre. Es fällt mir immer schwer abzuwarten, wenn die Situation nicht geklärt ist. Aber ich glaube auch, dass dies eine gute Übung für mich ist.

swRegenbogen ist jetzt bei Facebook

Heute mal ein Beitrag zwischendurch. Ich habe letzte Woche eine Facebook-Seite für SchwarzWeißRegenbogen erstellt und ihr könnt mich jetzt dort finden. Ich habe schon lange darüber nachgedacht, ob ich das machen soll oder nicht. Meinen persönlichen Facebook-Account nutze ich schon bestimmt seit zwei Jahren nicht mehr. Ich hatte schon vor dem Kontaktabbruch mit meiner Herkunftsfamilie viel über meine Nutzung von sozialen Medien nachgedacht. Ich hatte einfach das Gefühl zu viel Zeit damit zu verbringen. Ich habe mich oft dabei ertappt, wie ich immer wieder dort hängengeblieben bin und mir ansehe, was Menschen, die ich seit mindestens 10 Jahren nicht mehr gesehen habe zum Mittag essen. Nichts gegen diese Menschen. Aber ich hatte in dieser Zeit immer das Gefühl, dass ich zu wenig Zeit habe. Da habe ich mir gedacht, dass es sinnvoller ist meine Zeit den Menschen zu widmen, mit denen ich aktuell wirklich im Kontakt bin. Dann kam noch dazu, dass ich nach dem Konflikt mit meiner Herkunftsfamilie immer Angst hatte Facebook zu nutzen, da ich Angst hatte, dass sie mich auf diesem Kanal erreichen könnten.

Jetzt war ich mir lange nicht sicher, ob ich Facebook wirklich nutzen soll oder nicht. Ich bin aber zu dem Schluss gekommen es zu wagen, da ich finde, dass es eine super Möglichkeit ist mit Menschen in Kontakt zu kommen, die ich sonst nicht erreichen würde. Und auch um sich über bestimmte Themen zu vernetzen. Mir macht es wirklich viel Spaß zu schreiben. Ich freue mich aber auch, wenn andere Menschen meinen Blog lesen und ich vielleicht jemandem anderen Mut machen kann. Und meiner Meinung nach ist Facebook dafür sehr gut geeignet. Ich würde mich freuen, euch mal auf meiner Seite fb.me/swregenbogen begrüßen zu dürfen.

Endlich mal wieder Anträge

Heute möchte ich unbedingt auf das Thema medizinisch-berufliche Rehabilitation zurückkommen. Ich finde, dass das wirklich ein super Angebot ist, von dem ich vor dem Assessment noch nie etwas gehört hatte und ich mir auch gar nicht vorstellen konnte, dass es so etwas gibt.

Die medizinisch-berufliche Reha ist ein Angebot speziell für psychisch kranke Menschen. Sie gliedert sich in zwei Teile. In den medizinischen und den beruflichen Teil. Beide dauern in der Regel ungefähr neun Monate. Können aber jeweils auf bis zu ein Jahr verlängert werden. Der medizinische Teil wird von der Rentenversicherung bezahlt. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass man mindestens 5 Jahre dort versichert ist. Sonst ist die Krankenkasse der Kostenträger. Der berufliche Teil wird entweder auch von der Rentenversicherung, oder von der Arbeitsagentur bezahlt.

In meiner Umgebung gibt es zwei Anbieter, die diese spezielle Form der Rehabilitation anbieten. Bei Beiden unterscheidet sich der Ablauf. Ich habe mir daher auch Beide angesehen. Bei dem Anbieter den ich mir als erstes angesehen habe, findet die Rehabilitation das erste halbe Jahr vor Ort statt. In den erstes drei Monaten hat man zum größten Teil Ergotherapie in verschiedenen Bereichen. Außerdem Gruppenangebote zu verschiedenen Themen und Gespräche mit dem Mentor. Anschließend führt man Praktika durch, die aber auch vor Ort angeboten werden. Man hat die Möglichkeit im Bereich Büro, Tischlerei, Gärtnerei oder Hauswirtschaft zu arbeiten. Begleitend gibt es weiterhin Gruppenangebote und Gespräche mit dem Mentor. Erst nach einem halben Jahr absolviert man ein Praktikum in einem externen Betrieb. Zusätzlich ist man einmal in der Woche in der Rehaeinrichtung für Gruppenangebote. Zu dieser Zeit trifft man auch den Mentor. Dieser besucht den Teilnehmer aber auch am Praktikumsplatz. Im beruflichen Teil der Rehabilitation führt man weiterhin Praktika durch, die jeweils ungefähr drei Monate dauern. Auch hierbei wird man von seinem Mentor begleitet.

Beim zweiten Anbieter läuft es so ab, dass man sich gleich in den ersten Tagen der Rehabilitation, mit Unterstützung eines Mitarbeiters, einen externen Praktikumsplatz sucht. Die Gruppenangebote finden dann im Anschluss an das Praktikum am Nachmittag statt. Die Arbeitszeit soll im Laufe der Rehabilitation von 4 Stunden auf 8 Stunden täglich erhöht werden.

Ich hatte bei der Infoveranstaltung beim ersten Anbieter sofort ein sehr gutes Gefühl. Die Atmosphäre ist dort sehr nett. Außerdem gefällt mir der Gedanke die ersten 6 Monate dort zu sein. Ich möchte gerne verschiedene Tätigkeiten in einer geschützten Umgebung ausprobieren, um rauszufinden was mir wirklich liegt und nicht, wobei ich am wenigsten Angst habe. Auch die Psychologin im Assessment hat mir zu diesem Anbieter geraten, da ich noch einige andere Baustellen zu bearbeiten habe und der Raum geschützter ist und ich mehr Kontakt zu den Mitarbeitern dort habe.

Ungefähr zwei Wochen nach dem Assessment war ich dann dort zu einem Vorstellungsgespräch. Es ging darum welche Ziele ich erreichen möchte und ob die Rehabilitation dafür die richtige Maßnahme ist. Die Psychologin sagte mir, dass dies sehr gut passt und die Einrichtung hat mit mir gemeinsam den Antrag bei der Rentenversicherung gestellt. Jetzt musste ich erstmal wieder warten. Einige Wochen später erhielt ich eine Zusage für eine Rehabilitation von der Rentenversicherung. Aber nicht für eine medizinisch-berufliche Reha, sondern für eine medizinische Reha in der psychosomatischen Abteilung eines Gesundheitszentrums. Den Brief habe ich an einem Freitagmittag erhalten. Das Wochenende musste ich also erstmal abwarten. Ich rief direkt am Montagmorgen den Anbieter der medizinisch-beruflichen Reha an, um zu fragen, ob sie das Vorgehen kennen und ob sie einen Tipp haben, wie ich jetzt weiter vorgehen soll. Sie sagten mir, dass ich erstmal bei der Rentenversicherung anrufen soll, um nachzufragen. Es kann ja sein, dass es sich nur um eine Verwechslung handelt. Als nächste rief ich also bei der auf dem Schreiben angegebenen Telefonnummer an. Der Mitarbeiter sagte mir nur, dass das so richtig sei. Ich sagte daraufhin, dass ich aber gar keine psychosomatische Erkrankung habe. Er antwortete darauf, dass die Gutachter der Versicherung die Diagnosen entsprechend der Arztbriefe stellen und das schon so richtig ist. In dem Moment ist mir nichts mehr eingefallen, was ich darauf noch erwidern konnte. Da ich jetzt nicht mehr weiterwusste, habe ich erneut bei meinem bevorzugten Rehaanbieter angerufen. Dort sagten sie mir, dass sie in der Teambesprechung schon über meinen Fall gesprochen haben und sich die Leitung bei mir melden wird. Ich war wirklich begeistert, dass sie mich so unterstützen, obwohl ich ja die Reha dort noch nicht einmal begonnen hatte. Kurz darauf rief mich die Leitung auch zurück und wir vereinbarten einen Termin für den nächsten Tag. Dort haben wir gemeinsam einen Widerspruch geschrieben. Ich bin wirklich dankbar für die Hilfe, die ich jetzt schon dort bekommen. Letzte Woche hatte ich endlich die Zusage im Briefkasten. Wann genau es jetzt los geht, weiß ich aber immer noch nicht. Vielleicht muss ich vorher noch einen zusätzlichen Schritt machen. Was und warum schreibe ich aber später. Sonst sprengt es hier komplett den Rahmen.

Wie schon einige Male zuvor habe ich hier aber auch wieder gemerkt, dass es sich lohnt dran zu bleiben. Und es gibt wirklich gute Angebote und engagierte Menschen. Man muss sie nur erstmal finden.